Anwesende wurden bei der Suche nach dem Mörder miteinbezogen. Bilder Denise Metzger o
Anwesende wurden bei der Suche nach dem Mörder miteinbezogen. Bilder Denise Metzger o
 Die Autorin begeisterte das Publikum mit ihrer lebendigen Art zu lesen.
Die Autorin begeisterte das Publikum mit ihrer lebendigen Art zu lesen.

Literatur

Eine Lesung, bei der einem das kalte Grauen packte

Am Donnerstagabend las die Krimiautorin Silvia Götschi in den Räumlichkeiten des Berufsbildungszentrums in Pfäffikon aus ihrem neuesten Werk «Etzelpass». Eine szenische Lesung, die nichts für schwache Nerven war.

Wer den Raum des Berufsbildungszentrums im Römerrain in Pfäffikon betrat, dem wurde gleich zu Beginn schon klar, dass man an diesem Abend starke Nerven benötigen würde. Musik und Bühnenbild trugen das Ihre dazu bei. Spannung geschickt aufgebaut Bevor die Autorin überhaupt etwas sagte, konnte man den Kirchenglockenschlag um Mitternacht und ein Gewitter hören. Düstere Kirchenmusik erfüllte den Raum und weisser Rauch kroch aus einer Ecke hervor: Ein kaltes Grauen erfasste das Publikum. Als sich dann Silvia Götschi auch noch einen schwarzen Mantel über die Schultern legte, wurde es richtig ungemütlich. Silvia Götschi, die in der Nähe von Luzern lebt, erzählte, dass der Krimi «Etzelpass» im Jahr 2020 während der Pandemie in zwei Monaten entstanden war. Sie hatte jeden Tag und manchmal auch in der Nacht in einem Fluss daran gearbeitet und daher wurde dieses neueste Werk auch zu ihrem Lieblingsbuch.

Publikum wird miteinbezogen


Silvia Götschi erzählt in ihrem Buch, wie Valérie Lehmann und ihr Team von der Kantonspolizei Schwyz den Tod eines Mannes aufklären sollen, der bei einem mysteriösen Brand einer Kapelle in Hurden ums Leben gekommen war. Daneben macht Carla, die Redaktorin einer Boulevardzeitung, auf eigene Faust Ermittlungen. Sie greift dabei auch mal zu illegalen Mitteln, wenn sie sich Zugriff zum Computer ihres Freundes – einem Polizeikollegen von Valérie Lehmann – verschafft. Schliesslich wird noch die Geschichte von Elisha und seinem Psychotherapeuten Dr. Frigo erzählt. Elisha, der eine schwierige Jugend hinter sich hat und in seinen Wahnvorstellungen gefangen ist. Bei dieser szenischen Lesung wurde das Publikum miteinbezogen und kurzerhand in Polizisten oder Spurensucher verwandelt. Immer wieder sorgte düstere Musik für Stimmung. Die Autorin las einige finstere und spannende Episoden aus ihrem Buch und meinte dazu: «Ich möchte einfach, dass Sie sich nicht mehr getrauen, nach Hause zu gehen.» Das Publikum war sich einig: Wie man sich es von Silvia Götschi gewohnt ist, ist auch «Etzelpass» nichts für Romantiker.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Denise Metzger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

14.02.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/FXCXny