Die junge Kunstkennerin Sara Jäger kennt viele Künstler. Bild Urs Attinger
Die junge Kunstkennerin Sara Jäger kennt viele Künstler. Bild Urs Attinger

Kunst & Design

Eine polyvalente Kunstkennerin

Die 31-jährige typographische Gestalterin Sara Jäger aus Pfäffikon erklärt, wie sie all ihre Engagements in Kunst und Kultur sowie ihren Beruf unter einen Hut bringt – und was sie unter Kunst versteht.

Der Raum für Kultur befindet sich im Steinfabrikareal in Pfäffikon. Er ist das Basislager von Sara Jäger. Hier stellt die gelernte typographische Gestalterin Kunst von diversen Schwyzer und ausserkantonalen Kunstschaffenden aus. Sie trägt noch weitere Hüte wie zum Beispiel das Präsidium vom Verein Kunst Schwyz und das Engagement bei SchwyzKulturPlus. Ihr Geld verdient sie mit dem Gestalten von Erscheinungsbildern von Firmen und Institutionen. Jäger liebt es, Konzepte zu verwirklichen und würde gerne in Zukunft Besucher des Raumes für Kultur bewirten. Mit Sara Jäger sprach Urs Attinger.


Urs Attinger: Sie veranstalten regelmässig Ausstellungen im Raum für Kultur in Pfäffikon. Welcher Künstler kommt als nächstes?


Sara Jäger: Vom 9. bis 26. September wird Zeno Schneider aus Einsiedeln zu Gast sein. Das Thema seiner Ausstellung ist noch geheim.


Wie gehen Sie bei der Auswahl der Künstler vor?


Die Kunst muss nicht mir per se gefallen. Aber ich muss dahinterstehen können. Inhalt, Form und Handwerk müssen mich überzeugen. Die Zusammenarbeit mit den Künstlern sollte Hand in Hand erfolgen.


Welche Leute finden als Besucher den Weg in den Raum für Kultur?


Das ist unter anderem abhängig von den Künstlern. Sie bringen zum Teil auch Leute mit. Ich lade nicht nur Kunstschaffende aus dem Kanton Schwyz ein, sondern auch aus anderen Kantonen. Manchmal kommen auch Spaziergänger vorbei, die überrascht sind und spontan der Kunst gegenübertreten.


Bietet das Steinfabrikareal alles oder sind auch Wünsche offen?


Die Idee einer Monats-Bar, wo man abends zusammen etwas trinken und austauschen kann, trage ich schon längere mit mir herum. Ich fühle mich dem Raum verbunden, weil mein -Götti hier lange Zeit gewirkt hat.


In letzter Zeit gab es -Wasserschäden im Raum für Kultur. Ist jetzt alles wieder auf gutem Weg?


Das Wasser ist durch alle Ritzen eingedrungen und stand etwa 20 Zentimeter tief im Raum. Die Feuerwehr hat das Wasser abgepumpt, danach stellten wir Bautrockner auf und nun sind die Wände schon gestrichen und der Boden ist gereinigt. Auch Kunstobjekte sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Haus ist nun um eine Geschichte reicher.


Profitieren Sie bei der Auswahl der Künstler auch von Ihrer Funktion als Präsidentin des Vereins Kunst Schwyz?


Ja, ich kenne dadurch natürlich -viele Künstler. Ich arbeite aber auch mit Künstlern, die nichts mit Kunst Schwyz zu tun haben, wie zum Beispiel Werner Zemp aus Amden, der die übernächste Ausstellung bestreitet.


Was machen Sie genau unter dem Namen Atelier Jäger?


Das ist meine eigentliche Berufung. Als typographische Gestalterin -erstelle ich Erscheinungsbilder von Firmen und Institutionen, wie zum Beispiel den Musiksommer oder die Joachim Raff Gesellschaft. Damit verdiene ich hauptsächlich mein Geld.


Weiter engagieren Sie sich auch bei SchwyzKulturPlus, dem Kulturwochenende und bei der Albert Koechlin Stiftung. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?


Was mich antreibt, viel zu erschaffen, Konzepte zu verwirklichen, geht immer auf. Es braucht Arbeit, Fleiss und Engagement, von Zauberhand geht nichts. Es macht mir Freude.


Worin besteht der Vorteil, selbstständig zu sein?


Etwas vom schönsten ist der Umstand, selber über die Zeit verfügen zu können. Ich arbeite manchmal am Wochen-ende oder spät abends, dafür kann ich mal unter der Woche z’ Berg gehen.


Ihre persönliche Definition von Kunst?


Auseinandersetzung!

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Urs Attinger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

12.08.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/2pEjby