Daniele Dondé stellt seine «Original-Fälschungen» sowie eigene Kreationen noch bis 5. Dezember im Hotel «Seedamm Plaza» aus. (Bild: Rahel Schiendorfer)
Daniele Dondé stellt seine «Original-Fälschungen» sowie eigene Kreationen noch bis 5. Dezember im Hotel «Seedamm Plaza» aus. (Bild: Rahel Schiendorfer)
Der Italienische Künstler Daniele Dondé beherrscht die Kunst des Kopierens wie kaum ein anderer. (Bild: Rahel Schiendorfer)
Der Italienische Künstler Daniele Dondé beherrscht die Kunst des Kopierens wie kaum ein anderer. (Bild: Rahel Schiendorfer)

Kunst & Design

Ein Pionier der falschen Kunst

Frank Sinatra verhalf ihm einst zum Durchbruch, mittlerweile zählen Arnold Schwarzenegger, Rafael Nadal und Sophia Loren zu seiner Kundschaft. Zum zweiten Mal stellt der Meisterfälscher Daniele Dondé nun seine Bilder im Hotel «Seedamm Plaza» aus.

Ob Monet, Gauguin oder Da Vinci – Daniele Dondé kopiert die berühmten Gemälde dieser Künstler wie kaum ein Zweiter. Seine neuste Kollektion «New Liberty Pop» ist eine Hommage an Gustav Klimt und Alfons Mucha, deren Werke Dondé mit Gold, Silber und Svarowski-Steinen seine ganz persönliche Note verleiht. In der Ausstellung im «Seedamm Plaza» sind bis am 5. Dezember nebst zahlreichen eigenen Bildern aber auch seine gefälschten Replika-Klassiker wie Leonardo Da Vincis «Mona Lisa» und Vincent van Goghs «Vase mit Sonnenblumen» zu bestaunen. Der Italiener mit Zweitwohnsitz in Lugano ist mittlerweile schon so bekannt, dass er selbst kopiert wird. Als Sohn bekannter Kunsthändler entdeckten Galeristen schon früh das Talent des heute 60-Jährigen. Anfang der 1980er-Jahre begann er detailgetreue Kopien von Monet, Renoir oder van Gogh anzufertigen. Dafür erntete er am Anfang auch Kritik. «Als ich vor 30 Jahren mit dem Fälschen angefangen habe, war das in Künstlerkreisen noch etwas verpönt, und viele waren skeptisch. Meine Idee, solch berühmte und für die meisten unerschwinglichen Bilder auch den Normalsterblichen zugänglich zu machen, hat sich dann aber bald durchgesetzt», erinnert sich Dondé. Mit seinen Fälschungen wurde Dondé bald zum Pionier der «faux art», schloss 1990 sein Studium der modernen und zeitgenössischen Kunst in den Vereinigten Staaten ab und bekam für sein Schaffen den Ehrendoktortitel verliehen. Seine künstlerischen Fähigkeiten haben ihm sogar eine Audienz bei Papst Johannes Paul II. eingebracht.

Von Ikonen inspiriert

Als Dondé vor rund zehn Jahren begann, eigene Bilder zu malen, war es kein geringerer als Frank Sinatra, den er für seine Werke begeistern konnte und der ihm bei deren Verkauf zur Seite stand. Dondés Vorliebe gilt seither hauptsächlich weiblichen Stil-Ikonen aus vergangenen Tagen. Besonders Marilyn Monroe hat es dem Italiener angetan. Ihr hat der Künstler seine letztjährige Kollektion «Marilyn Rock» gewidmet. Kürzlich habe erRafael Nadal eine seiner «geliebten Marilyns» verkauft, erzählt Dondé. Wer durch seine 80 Bilder umfassende Ausstellung schlendert trifft aber auch auf Audrey Hepburn, Brigitte Bardot, Jim Morrison und Michael Jackson. Klimt-Liebhaber kommen derweil beim Anblick von Dondés «Original-Kopien» der Adele Bloch-Bauer und der Judith auf ihre Kosten. Die ursprüngliche Idee, Bilder berühmter Maler zu kopieren und günstig zu verkaufen, hat sich bis heute gehalten. So kosten die im «Seedamm Plaza» ausgestellten Original-Dondés – ob Kopie oder Eigenkreation – zwischen 3000 und 4000 Franken. Am Donnerstag um 19 Uhr wird die Austellung eröffnet. Daniele Dondé und seine Frau Teresa werden bei der Eröffnung persönlich anwesend sein und dem interessierten Publikum für Fragen zur Verfügung stehen.

Weitere Infos

- www.danieledonde.com

- www.seedamm-plaza.ch



March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

24.11.2010

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schwyzkultur.ch/Jhw2VS