Ein nicht nur schönes, sondern auch nützliches Ausstellungsstück von Heinz Bauer (v. l.), daneben Isabelle Habegger, Pablo Navarro und Monique Heinzer. Bild Hans Ueli Kühni
Ein nicht nur schönes, sondern auch nützliches Ausstellungsstück von Heinz Bauer (v. l.), daneben Isabelle Habegger, Pablo Navarro und Monique Heinzer. Bild Hans Ueli Kühni

Kunst & Design

Überraschendes im Schloss

Einmal mehr ist es dem Verein Pro Schloss Pfäffikon gelungen, mit der spannenden Kunstausstellung «Form – Farbe – Fantasie» zu überraschen.

Gleich beim Eingang zum Schlossturm wurde man an der Vernissage am Freitag von einem Kunstwerk empfangen, das nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch noch eine nützliche Seite hat: In der Metall-Skulptur von Heinz Bauer aus Wollerau loderte ein Feuer.Man könne an dessen Stelle auch einen Blumentopf reinstellen, erklärte der Künstler. Andere Werke von ihm haben nur den Zweck zu gefallen – und das tun sie durch die vollendeten Formen und durch Harmonie. Irgendwie gelingt es ihm, dem Metall durch Formgebung Leben einzuhauchen. Davon kann man sich beim Rundgang leicht selber überzeugen.

Abwechslungsreiche Kunst

Im Inneren des Schlosses kann man dann verweilen, es gibt unendlich viel zu sehen und zu bestaunen. Da überrascht etwa der junge Richterswiler Allrounder Pablo Navarro mit verschiedensten Stilrichtungen. Er malt, er modelliert, er kreiert Requisiten – auch für Filme – und er bastelt fantasievolle Crash Art aus Dingen, die andere wegwerfen. Er sei Auftragskünstler, meinte er lachend. Nichts, was er nicht in ein Kunstwerk verwandeln könnte, denkt man spontan beim Betrachten seiner Werke. Kein Material ist ihm fremd,aus allem weiss er etwas Besonders anzufangen. Isabelle Habegger aus Wollerau ist ebenfalls nicht auf eine einzige Kunstrichtung fixiert. «Ich habe gerne den Kontrast»,meinte sie an der Vernissage – und das sieht man. Sie malt mit verschiedenen Techniken, bei einigen Bildern denkt man sogar an Aquarell. Ist es aber nicht, es sind in sich verlaufende Acrylfarben, die sie sehr flüssig aufträgt. Das Zusammenführen von Formen, Farben und Stimmungen lassen ihre Werke einmal abstrakt erscheinen, dann doch wieder wirklichkeitsnah. Doch sie kann auch anders: Sie formt Skulpturen aus Metall, und diese dann manchmal auch gleich noch gross und dominant wie die drei Kuben beim Eingang. Sechs Bilder an der Ausstellung widmen sich dem Thema Migration – etwas, das die Künstlerin sehr bewegt, wie sie erklärte.

Seide als Kunstform

Ganz anders dann die Werke von Monique Heinzer aus Immensee. Sie ist der Seidenmalerei verfallen. Freude am Schönen spürt man beim Betrachten der grossformatigen Seidenmalerei- Bilder, die kräftige Farbtupfer ins Gemäuer bringen. Seidenmalerei ermögliche ihr, ihre Stimmungen und Gefühle zu verarbeiten, in harmonische Farben und Formen umzuwandeln, und sich dabei aus dem Thema herauszulösen, um schliesslich aus lauter Freude an der Schönheit der Komposition das Werk zu vollenden, meinte Maria Laubscher vom Verein Pro Schloss Pfäffikon in ihrer Laudatio. Dass in der näheren Umgebung viele Kunstschaffende leben und wirken, wurde an dieser Vernissage einmal mehr deutlich. Die Verantwortlichen des Vereins Pro Schloss Pfäffikon verstehen es, diese Talente zu finden und zu tollen Ausstellungen zu bewegen. Die Ausstellung «Form – Farbe – Fantasie» ist noch bis zum 4. November zu sehen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Hans Ueli Kühni)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

23.10.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/Pa69SJ