Dieses Lied ist allerdings von Reinhard Mey, aber ganz im Sinne Brechts: belehrend, ironisch und gesellschaftskritisch. Ruth und Bruno Jakob inszenieren Texte von Bertold Brecht. Bild Urs Attinger
Dieses Lied ist allerdings von Reinhard Mey, aber ganz im Sinne Brechts: belehrend, ironisch und gesellschaftskritisch. Ruth und Bruno Jakob inszenieren Texte von Bertold Brecht. Bild Urs Attinger

Literatur

Brecht wie er leibt und lebt

Die szenische Lesung in der Mediothek Freienbach in Pfäffikon liess den Lyriker und Dramatiker auferstehen.

Er war belehrend, ironisch und gesellschaftskritisch, ein Meister der Lyrik und Dramatik: Bertolt Brecht (1898 bis 1956). Das wurde den Zuschauern von Bruno und Ruth Jakob bei einer szenischen Lesung in der Mediothek Freienbach in Pfäffikon vor Augen geführt. Der Präsident des Bibliotheksvereins und seine Frau verbanden Gedichte Brechts zu Themen wie Alkohol, das Sterben, die Journalisten oder die Bibliothekarin mit Details aus seiner Biografie. Bruno Jakob spielte dabei Brecht selber, und Ruth Jakob inszenierte als dessen zweite Ehefrau Helene Weigel die Schaffenskunst ihres Gatten. Anhand eines Reimschemas erklärten sie die Gedichtform des Sonetts, wovon Brecht einige schrieb. Sein Vorbild sei Shakespeare gewesen, von Ruth Jakob im englischen Original vorgetragen. In Anlehnung an ein Wunschzettelgedicht von Brecht reimte auch der Darsteller selber gekonnt seine Präferenzen auf das Leben bezogen. 1947 kam Brecht nach dem Exil in den USA in die Schweiz und traf in Zürich Max Frisch, der ihm die Statik eines Sprungturms erklärte, aber das habe Brecht ja schon längst begriffen, wie Bruno Jakob bemerkte.Die Lesung war geprägt von Tempo, Witz und Ironie. Sie hätten auch schon Tucholsky oder Heinrich Heine gespielt, sagte Jakob. Etwa 40 Zuschauer waren zugegen. Nach dem tosenden Schlussapplaus ging es an «die heisse Schlacht am kalten Büffet» im Erdgeschoss.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Urs Attinger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

23.04.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/wCYNfK