Autor Lukas Hartmann präsentierte dem Publikum sein 2015 erschienenes Werk «Auf beiden Seiten». Bild Caroline Jaberg
Autor Lukas Hartmann präsentierte dem Publikum sein 2015 erschienenes Werk «Auf beiden Seiten». Bild Caroline Jaberg

Literatur

Wortkunst mit Lukas Hartmann

Überraschung für die Besucher im Schlossturm Pfäffikon: Lukas Hartmann präsentierte nebst seinem Roman «Auf beiden Seiten» auch einen Auszug aus seinem im August erscheinenden Werk «Ein passender Mieter».

Die vom Verein «Pro Schloss Pfäffikon» im Rahmen der Wortkunst-Reihe veranstaltete Lesung lockte am Dienstagabend zahlreiche Literaturbegeisterte in den Schlossturm. Schriftsteller Lukas Hartmann gewährte den Zuhörern einen ersten Einblick in sein neustes Werk «Ein passender Mieter». Es erzählt die Geschichte einer bürgerlichen Familie. Der Sohn verlässt das Studio im Elternhaus, um Theologie zu studieren. Um das entstandene Vakuum zu füllen, vermieten seine Eltern das Studio. Kurz darauf wird in der Stadt ein Gewalttäter gesucht. Die Verhaftung ihres neuen Mieters ändert das Leben der Familie drastisch. Das Paar trennt sich, die Mutter findet sich nach einem Gefängnisbesuch im Sanatorium wieder, der Täter bekehrt sich zum Glauben, mit dem der Theologiestudent zu ringen beginnt. Die Hörprobe fesselte die Anwe- senden, denn sie wirkte zeitgenössisch und realitätsnah. Dieses Gefühl bestätigte Hartmann, denn der fiktive Gesellschaftsroman ist geprägt von einer wahren Begebenheit.

Vielseitiges Schaffen

Hartmann kann bei seinen Geschichten auf einen breiten Fundus an Erfahrungen zurückgreifen. Zunächst als Lehrer tätig,studierte er später Germanistik und Psychologie, arbeitete als Jugendberater, als Radioredaktor, Lehrer für Journalismus, Leiter von Schreibwerkstätten und als Medienberater. Seine zahlreichen Reisen erweiterten seinen Horizont. Seit seinem ersten Werk 1975 schrieb der mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga verheiratete Schriftsteller 23 Erwachsenenbücher, 15 Werke für Kinder sowie Fernsehspiele und Theaterstücke. Ende August erscheint «Ein passender Mieter», und auch die Verfilmung seines Romans «Finsteres Glück» wird dieses Jahr in den Kinos zu sehen sein. Auch aus «Auf beiden Seiten» las Lukas Hartmann einige Textpassagen. In dem in den Jahren 1989 und 1990 spielenden Buch verarbeitet Hartmann auch selbst Erlebtes und hüllt seine Erfahrungen in eine fiktive Geschichte. Die allgegenwärtige Angst während des Kalten Krieges, die Skandale um die geheime Widerstandsorganisation P-26 und um heimlich angelegte Fichen.

Historisches und Alltägliches

Das Werk verknüpft gekonnt historische Ereignisse und Geschichten, die das alltägliche Leben schrieb. Auf die Frage, ob es sich in dem Buch um eine Abrechnung mit jener Zeit handelt, antwortete Hartmann mit Nachdruck, dass ein Schriftsteller nie abrechnen sollte. Er habe die Idee für das Buch zwar schon lange gehabt, benötigte aber einen gesunden Abstand zu jener Zeit und der Entdeckung seiner Fiche. Denn nur mit Abstand könne auf die Menschen und ihre persönliche Geschichte im Geschichtskontext fair und neutral eingegangen werden.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Caroline Jaberg)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

28.04.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/DZmUEX