Andreij Gorbatschow mit seiner Balalaika und Lothar Freund am Klavier boten am Dienstag ein aussergewöhnliches Konzert im Tertianum Huob. Bild Tanja Holzer
Andreij Gorbatschow mit seiner Balalaika und Lothar Freund am Klavier boten am Dienstag ein aussergewöhnliches Konzert im Tertianum Huob. Bild Tanja Holzer

Musik

Die Balalaika virtuos gespielt

Im Tertianum Huob begeisterten am Dienstagnachmittag Andreij Gorbatschow mit seiner Balalaika und Lothar Freund am Klavier.

Vom Hummelflug bis zum lustigen Cowboy bot das Tertianum Huob den Bewohnern und Besuchern am Dienstagnachmittag ein ganz besonderes musikalisches Ereignis. Zu Gast waren Andreij Gorbatschow mit seiner Balalaika und Lothar Freund am Klavier.

Lebendiger Einstieg

Der Einstieg war bereits voller sprudelnder Lebendigkeit, und Gorbatschow hielt das bemerkenswerte Tempo praktisch das ganze Konzert über. Bei «Der Hummelflug» von Nikolai Andrejewitsch Rimski- Korsakow flog das kleine Tierchen musikalisch intensiv spürbar durch den Raum. Niccolò Paganinis Capricci Nr. 13, «Des Teufels Lachen», könne weltweit nur Gorbatschow auf der Balalaika spielen – und dies auch nur manchmal, wie Gorbatschow selbst eingesteht. In diesem Werk wechselte er faszinierend die Lautstärken, erreichte einen Höhepunkt an Temperament, sauste den Instrumentenhals sehr schnell wechselnd hinauf und hinab. Das Publikum hielt den Atem an.

Südländischer Charme

In weiteren Werken erklangen auch zartere Zwischenmomente, mit romantischer Ader und schmeichelnden Melodien. Mit «Carmen-Fantasie» von Pablo de Sarasate betrat auch südländischer Charme den Raum und begeisterte mit der wohlbekannten, mitreissenden Melodie. Als Zugabe schenkten die zwei Musiker ihrem Publikum mit «Der lustige Cowboy» Einblicke in die russische Seele.

Früher aus Kürbis

Einst als Volksinstrument aus Kürbis, Stock und Saiten gebastelt, ist die heutige Balalaika ein relativ junges Instrument und vor allem in Russland berühmt. Der Resonanzkörper ist dreieckig mit kleinem Schallloch, gespannt sind zwei Nylon- und eine Stahlsaite. Die Balalaika wird ohne Hilfsmittel nur mit den Fingerkuppen gespielt – umso erstaunlicher wohl, was für ein Musikerlebnis dieses Konzert war. Gorbatschow und Freund spielen seit zehn Jahren zusammen, und so überzeugte ihr Musizieren bis in den letzten Pianoklang und Saitenzupf.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.06.2010

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schwyzkultur.ch/Wnd9Z2