Vladimir Valdivia entpuppte sich bei seinem Gastspiel in Pfäffikon als grossartiger Solo-Pianist. Mit Hingabe präsentierte er seine «Perlen der Klassik». Bild hk
Vladimir Valdivia entpuppte sich bei seinem Gastspiel in Pfäffikon als grossartiger Solo-Pianist. Mit Hingabe präsentierte er seine «Perlen der Klassik». Bild hk

Musik

Die Klangfülle des Pianos ausgereizt

Im Tertianum Huob war am Dienstagnachmittag ein Künstler am Werk, den man sich merken sollte. Vladimir Valdivia überzeugte die Zuhörer durch ein fast schlafwandlerisches Gespür für die Feinheiten seines Konzertprogramms.

Vladimir Valdivia ist auf den Bühnen der Welt kein Unbekannter – übrigens auch im Tertianum Huob nicht, wo er bereits mehrfach Auftritte hatte. Der sympathische Peruaner begann mit fünf Jahren Klavier zu spielen und studierte später Musik in Deutschland, wo er seit 20 Jahren lebt. Seine Erfolge feiert er aber weltweit, in den USA, in Japan, in Südafrika und in Südamerika.

Die Musik spielt hier

Doch zurück nach Peru, das wolle er im Moment nicht, denn «hier spielt die Musik», erklärte er lächelnd bei seinem Auftritt in Pfäffikon. Auch wenn sein Name russisch sei, sei er ein waschechter Peruaner, alle seine Geschwister hätten entsprechende Vornamen, erklärte er vor dem Konzert. Aber eigentlich passe Vladimir ganz gut zum Geschlechtsnamen sowie zur klassischen Musik, die er so liebe. Natürlich möge er auch die südamerikanischen Weisen, und er habe in seinem Repertoire auch den Ohrwurm «El Condor Pasa».

«Fantasie in d-moll»

Am Flügel bewies dann der Meister, dass sein Ruhm verdient ist. Ohne Notenblatt interpretierte er Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Frédéric Chopin und anderen klassischen Komponisten. Er zeigte grosse Virtuosität und reizte die ganze Klangfülle des Flügels aus. Mal bedächtig, dann ansteigend bei Mozarts «Fantasie in d-moll», gefühlsvoll, romantisch bei Beethovens «Für Elise», temperamentvoll und am Ende fast einschläfernd bei Schuberts «Ungarische Melodie». Fein bearbeitete er die Klaviatur, sein Aufschlag ist mal kräftig, mal sanft, aber nie hämmernd. Die Musik ist mal verspielt, kokett, leicht, schwebend, gehaucht, dann wieder kräftig und schwer. «Nur wenn man ohne Noten spielt, kann man Musik gestalten» – seine Aus sage gewinnt an Bedeutung, wenn man dem Künstler zuhört. Unter grossem Applaus verabschiedete Madeleine Gresch vom Tertianum Huob nach einer Zugabe den grossartigen Künstler.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.09.2010

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schwyzkultur.ch/jy6JmP