Einer von vielen Programm- und Höhepunkten während der Orgelnacht: Der Männerchor Pfäffikon am Etzel unter der Leitung von Fabian Bucher wurde von Roman Künzli an der im Dauereinsatz stehenden Orgel begleitet.  Bild Andreas Knobel
Einer von vielen Programm- und Höhepunkten während der Orgelnacht: Der Männerchor Pfäffikon am Etzel unter der Leitung von Fabian Bucher wurde von Roman Künzli an der im Dauereinsatz stehenden Orgel begleitet. Bild Andreas Knobel

Musik

Eine lange, aber kurzweilige Orgelnacht

An der Orgelnacht in der St. Meinradskirche Pfäffikon waren 13 Kurzkonzerte über sieben Stunden zu hören. Langweilig wurde es nie.

Kann ein Orgelspiel über sieben Stunden spannend und kurzweilig sein? Ja,das kann es sehr wohl, wie die siebte Orgelnacht am Freitagabend in der St. Meinradskirche Pfäffikon bewiesen hat. Der «Trick» des organisierenden Organistenteams: Die Besetzung und der Stil wechselten jede halbe Stunde.

Den Auftakt machte ein Vorprogramm für Kinder. Bereits um 17 Uhr sorgten Bubu und Baba für ein kindgerechtes Orgelerlebnis.Bubu,Organist Christoph Honegger, und Baba, Schauspielerin Domenica Ammann, sind zwei Zottelbären. Sie spielten und sangen, kamen sich zwischenzeitlich – wie das Leben so spielt – auch mal in die Haare,sodass Orgeldrache Chilli helfen musste. Die Orgelempore war prall gefüllt mit Kindern, die auch rege ins Geschehen miteinbezogen wurden.

Alles drehte sich um die Orgel

Die eigentliche Orgelnacht startete um 18.30 Uhr mit dem Vortrag «Die Klangfarben der Orgel: Wie tönt eigentlich eine Hohlflöte oder ein Prinzipal?». Organist Bernhard Isenring demonstrierte anhand von kurzen Beispielen die verschiedenen Orgelregister und zeigte damit die enorme Vielfalt der «Königin der Instrumente» auf.

Weiter ging es mit «Tänzerisches, Träumerisches, Festliches von weiblicher Hand komponiert». Das heisst, es wurden nur Kompositionen von Frauen gespielt. Dafür kam Hansueli Bamert, Kirchenmusiker an der Kirche St. Peter und Paul in Winterthur, zurück in seine alte Heimat. Bamert ist nämlich in Siebnen-Wangen aufgewachsen, lebt aber schon lange in Winterthur.

Beim nächsten Programmpunkt kamen zusätzlich Sänger ins Spiel. Das Motto «Let All The World In Every Corner Sing» setzte das Vokalensemble 80 eins zu eins um. An der Orgel wurde es von Roman Künzli begleitet, die Leitung hatte Bernhard Isenring inne.

Ein Gastspiel absolvierte Alexander Seidel, Kirchenmusiker der evangelisch- reformierten Kirchgemeinde Höfe in der St. Meinradskirche. Er stellte seinen Vortrag unter den Titel «Nordwind».

«4 Stimmen gegen und mit 1 Orgel» hiess es anschliessend.Das Organistenvokalquartett trat dabei gegen – oder doch eher mit – Edgar Bisig, Organist in Altendorf, an. Das Organistenvokalquartett besteht aus Mirjam Föllmi, Sybille van Veen, Fabian Bucher und Bernhard Isenring. Sie beweisen jeweils eindrücklich, dass gute Organisten sehr wohl auch gute Sänger sein können.

Einheimisches Schaffen

Einheimisches Schaffen kam auch beim nächsten Vortrag «American Sound For Euphoniums» zum Zuge. Heinz Kümin und Fredy Bachmann spielten Euphonium, das man eher unter dem Begriff Tenorhorn kennt. Sie wurden von Fabian Bucher an der Orgel begleitet.

Wieder eine andere Richtung schlug «Tänzerisches und Verspieltes» ein. Die Klarinettistin Cornelia Dürr und Esther Hobi-Schwarb, Organistin in Rüti, unternahmen eine musikalische Rundreise von hier über Rumänien und das Appenzell zurück an den Zürichsee.

«Der Männerchor schlägt geistliche Töne an» hiess es anschliessend. Der Männerchor Pfäffikon am Etzel unter der Leitung von Fabian Bucher ging für einmal neue Wege. Begleitet wurden sie von Organist Roman Künzli.

Es folgten «Nachtszenen» von Andreas Zwingli. Er ist Kirchenmusiker an der reformierten Kirche Richterswil und als Orgelbauer für den Unterhalt der Orgel in der St.Meinradskirche verantwortlich.

Nochmals neue Töne brachte Sonja Ott an der Trompete mit «Circle of Life» mit ein. Sie wurde begleitet von Organistin Sybille van Veen.

Die letzte Orgeldarbietung übernahm ein weiterer Gastmusiker. Frank Mehlfeld ist Kirchenmusiker an der Stadtkirche St. Johann Rapperswil. Er interpretierte zwei eigene Werke.

Den eigentlichen Abschluss um Mitternacht machte das «Nachtgebet mit Gregorianik und Klarinettenklängen ». Cornelia Dürr an der Klarinette und die Choralschola ad hoc mit den eigenen Sängern geleitete das Publikum auf den Heimweg.

Stets recht viel Publikum

Bleibt die Frage,ob es neben den vielen Musikern auch ein Publikum gab. Ja, sogar ein erstaunlich grosses, es dürften zu jeder Zeit etwa hundert Interessierte anwesend gewesen sein. Die meisten wä

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.10.2015

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schwyzkultur.ch/wNRBVv