Hochkonzentriert und mit viel Gefühl: Harfenistin Alexandra Horat. Bild Verena Blattmann
Hochkonzentriert und mit viel Gefühl: Harfenistin Alexandra Horat. Bild Verena Blattmann

Musik

Eine musikalische Reise durch Zeiten und Kulturen

Überaus gross war am Dienstagnachmittag im Tertianum Huob in Pfäffikon das Interesse, mehr über die Geschichte der Harfe zu erfahren und gleichzeitig in den Genuss eines sehr schönen Konzertes zu kommen. Die beiden Harfenistinnen Alexandra Horat und Christa Paulina Heer führten durch diese Reise.

Madeleine Gresch konnte nicht nur viele Bewohner des Tertianums selber begrüssen. Auch von ausserhalb vermochte das spezielle Konzert viele Menschen anzusprechen. «Die Harfe kam bereits um etwa 4000 Jahre vor Christus in Ägypten und Mesopotamien vor», erklärte Alexandra Horat, die auf interessante Weise die Geschichte der Harfe erläuterte. In Europa wird insbesondere Irland mit der Harfe (keltische Harfe ohne Halbtöne) in Verbindung gebracht. Die Landschaft der grünen Insel wurde den Zuhörern beim Vortrag von zwei irischen Volksstücken, die ebenso Fröhlichkeit und Melancholie ausdrückten, präsent.

Wissen und Genuss vermittelt

Vom Barock an wurde die Harfe immer weiterentwickelt. So konnten auf der sogenannten Barockharfe schon halbe Töne gespielt werden. Damals wurde die Harfe vielfach als Begleitinstrument eingesetzt. Exportiert wurde die dafür umgestimmte Harfe beispielsweise auch ins Tirol, wo sie auch heute noch in der Volksmusik Verwendung findet. Jacob Hochbruckner aus Donauwörth wirkte um das Jahr 1699. Er ergänzte und überholte die bestehende Harfe, in dem er Pedale anbrachte. So entstand die sogenannte Tretharfe. 1810 gelang es dem Harfenisten und Komponisten Sebastian Erard, die vollchromatische Doppelpedalharfe herzustellen. Diese Konzertharfe hat sich bis heute gehalten, wurde aber technisch laufend ergänzt und verbessert.

Mit einigen Spezialeffekten

Alexandra Horat und Christa Paulina Heer, beides ausgebildete Harfenistinnen, vermochten auf allen Stationen ihrer musikalischen Reise auf ihrer Harfe mit Können, Fingerfertigkeit und Ausdrucksstärke zu überzeugen. Vom barocken Andante von Vivaldi, der Filmmusik aus «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» bis zum fröhlich gemütlichen Harfenwalzer aus dem Tirol. Dass sich die Technik stets weiterentwickelte und verfeinerte, war unter anderem bei einer anspruchsvollen Komposition des 1941 geborenen Harfenisten Bernard Andrès herauszuhören. Von laut und dominant, disharmonisch bis leise, orientalisch angehaucht und sehr fein wechselten sich die Töne in verschiedenen Tempi ab, wurden begleitet von einigen Spezialeffekten und führten zu einem abrupten Ende.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.02.2010

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schwyzkultur.ch/CZ8mYx