Mit traditionellen japanischen Melodien und Eigenkompositionen trug der Shakuhachi-Meister Yosuke Irie mit seiner Flöte fernöstliche Stimmung in den Schlossturm in Pfäffikon. Bild Bettina Schärlinger
Mit traditionellen japanischen Melodien und Eigenkompositionen trug der Shakuhachi-Meister Yosuke Irie mit seiner Flöte fernöstliche Stimmung in den Schlossturm in Pfäffikon. Bild Bettina Schärlinger

Musik

Fernöstliche Klänge im Schlossturm

Der Shakuhachi-Meister Yosuke Irie konzertierte am Donnerstagabend im Schlossturm in Pfäffikon. Mit traditionellen Stücken und Eigenkompositionen gab er dem Publikum Einblick in die Vielfältigkeit der japanischen Bambusflöte.

Für einmal erfüllten fernöstliche Flötenklänge den Saal des Schlossturms in Pfäffikon und zauberten eine beinah mystische Stimmung in die alten Gemäuer. Nach Konzerten in Deutschland, Schweden und Finnland begeisterte der Künstler Yosuke Irie mit einem exklusivenAuftritt auch das hiesige Publikum, welches ihm nach dem Konzert mit einem langenApplaus für seine wunderschönen Darbietungen dankte, und so in den Genuss von «Aus der neuen Welt» von Antonin Dvorak als Zugabe kam.Mit diesem bekannten Werk spielte sich Irie nochmals in die Herzen der Zuhörer und hinterliess einen nachhaltigen Eindruck.

Wettbewerbsgewinner

Yosuke Irie ist in Japan ein bemerkenswerter und bekannter Shakuhachi- Meister, der schon mehrere japanische und europäische Wettbewerbe gewann. Nebst einem grossen traditionellen Repertoire fand er seinen eigenen musikalischen Stil mit Eigenkompositionen wie «Sekaijyu» («Der Weltenbaum»). In diesem Werk beschreibt Irie mit den verschiedensten Tönen einen Baum in einem tiefen Wald, dessen Grün erstrahlt und die Frische seiner Luft das Leben umströmt. Die melodiöse, manchmal beinah meditative Melodie lud ein, sich im Stuhl zurückzulehnen, zu geniessen und seine Gedanken den Flötenklängen mitzugeben, um vielleicht bei diesem Weltenbaum anzukommen, bei dem niemand den Anfang und das Ende kennt.

Guggisberglied

Ein weiterer Hörgenuss war das «Guggisberglied». Mit dem weichen, warmen Klang der Shakuhachi-Flöte bekam die traurige Melodie des bekannten Schweizer Volklieds einen fernöstlichen Kolorit und blieb dennoch ganz europäisch.

Alt und mit besonderem Klang

Die japanische Bambusflöte «Shakuhachi » wurde bereits im achten Jahrhundert aus China in Japan eingeführt. Sie ging dann aber schon bald inVergessenheit, bevor sie im 17. Jahrhundert durch zenbuddhistische Mönche als Meditationsinstrument wiederentdeckt wurde. Der weiche, warme Klang, welcher von einem markanten Blasgeräusch begleitet wird, gilt heute als typisch für die traditionelle klassische Musik Japans.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.09.2014

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schwyzkultur.ch/1sn1pG