Kareen Antonn zog das Publikum mit ihrer voluminösen Stimme, ihrer Ausstrahlung und ihrer Ausdrucksstärke sofort in ihren Bann. Bild Lilo Etter
Kareen Antonn zog das Publikum mit ihrer voluminösen Stimme, ihrer Ausstrahlung und ihrer Ausdrucksstärke sofort in ihren Bann. Bild Lilo Etter

Musik

Französische Chansons mit Intensität gelebt

Mit «Vive la chanson française!» gaben Kareen Antonn und die Gruppe Al Sanders am Sonntagabend im vollbesetzten Forum Leonardo da Vinci im Hotel «Seedamm Plaza» ein mitreissendes Konzert. Es war Teil des diesjährigen Musiksommers, der sich französischen Klängen widmet.

«Es ist eine Wonne, Sie hier so vollzählig zu sehen», meinte Giovanni Bria in seinen Begrüssungsworten freudig. Er, der für das künstlerische Konzept des Musiksommers am Zürichsee verantwortlich ist, outete sich nach der Pause begeistert auch als Freund Frankreichs. Zur Einstimmung liess die Gruppe Al Sanders mit Bassgitarrist und Leader Al Sanders, Pianist Franck Sitbon, Schlagzeuger Fabien Meissonnier und Akkordeonist Dominique Vernhes ein luftig leichtes Potpourri bekannter französischer Chansons erklingen, das mit einigen Takten aus «La vie en rose» endete.

Innigkeit und Temperament

Die 1980 geborene griechisch-spanisch stämmige Sängerin Kareen Antonn aus Frankreich lebte ihre Chansons dann geradezu mit eindringlicher Intensität, durch ihre voluminöse, klare Stimme und ihre ausdrucksstarke Mimik. Insbesondere sank sie ganz hinein, wenn sie von den Schmerzen der unglücklichen oder verflossenen Liebe sang, wie in «Je suis malade» von Serge Lama – nur mit Klavier und Bass begleitet – oder «E maintenant» von Gilbert Bécaud. Mit ihrer ansteckenden Ausstrahlung vermochte sie auch das Publikum zum Mitsingen zu animieren, so in «Padam … padam» von Edith Piaf. In zwei Chansons nahm sie Bezug auf ihre Begleitmusiker. Keck liess sie zusammen mit Al Sanders «A quoi ça sert l‘amour» von Piaf/Théo Sarapo erklingen und in «L‘accordéoniste», ebenfalls von Piaf, besang sie Dominique Vernhes Akkordeonspiel. Mit fast philosophischer Innigkeit interpretierte sie «Ma plus belle histoire d’amour, c’est vous» von Barbara und sinnierte über die Vergänglichkeit in «Avec le temps» von Léo Ferré.

Karibische Lebensfreude

Nochmals mitsingen konnten die Zuhörer beim Refrain von «La bohème» von Charles Aznavour, und in Erinnerungen schwelgen konnten sie in «Amsterdam» von Jacques Brel. Ihrem Temperament und ihrem geschmeidigen Tanztalent liess Antonn schliesslich viel Raum im mit karibischer Lebensfreude unterlegten letzten Lied «Couleur Café» von Serge Gainsbourg, das den kulturellen Mix von Brüssel beschreibt. Während des letzten Liedes riss es das entzückte Publikum von den Stühlen. Begeistert spendete es stehend Applaus und folgte der Zugabe «J’ai deux amours, mon pays et Paris», welches 1930 von Josephine Baker geschrieben wurde, stehend.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

31.07.2012

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schwyzkultur.ch/NhBhx9