Spark begeisterte mit Spielfreude und Originalität das Publikum. (Bild: spark-off.de)
Spark begeisterte mit Spielfreude und Originalität das Publikum. (Bild: spark-off.de)

Musik

Inspirierende Blockflötenmusik

Im Rahmen des Musiksommers am Zürichsee gab «Spark – die klassische Band» im gut besuchten Forum Leonardo da Vinci am Samstagabend im Hotel «Seedamm Plaza» ein Konzert der besonderen Art.

Gleich bei seiner Begrüssung verwies Giovanni Bria, Präsident Musiksommer, darauf, dass «Spark – die klassische Band», den Musikpreis Echo Klassik 2010/11 in der Sparte «Klassik ohne Grenzen» für sein Debut-Album «Downtown Illusions» zugesprochen erhalten hatte. Das Quintett, bestehend aus Andrea Ritter und Daniel Koschitzki (Blockflöte), Stefan Glaus (Violine, Viola), Victor Plumettaz (Violoncello) und Jutta Rieping (Klavier), verlieh nicht nur der Musik ungewohnte Impulse, sondern brachte in verschiedenster Ausführung die Blockflöte mit eindringlicher Virtuosität mitten ins Spiel, wie man dieses fein klingende Instrument ausserhalb der Anfängerkurse in Musikschulen kaum je hört. Auch der Name war Programm. Das englische Spark bedeutet Funke, und solche sprühten so stark von den Musikern ins Publikum, dass es bei der ersten Zugabe, dem mitreissend gebotenen «Can’t Take My Eyes Off You», unter anderem einst von Frank Sinatra gesungen, die Zuhörer zu einem stehenden Applaus von den Stühlen riss. Dem folgte, zuerst behutsam von Daniel Koschitzki auf der Blockflöte intoniert, das englische Volklied «Greensleves», das dann mit dem Ensemble lebhaft, rhythmisch aufdrehte.

Stadtleben musikalisch eingefangen

Das Debut-Album «Downtown Illusions» prägte das Konzert. Nachzeichnen wollte es das Leben in den Metropolen dieser Erde. Wie Daniel Koschitzki ausführte, liege dem die Idee zugrunde, in den Schmelztiegeln der Grossstädte auf die Musik der Menschen einzugehen, die sie aus ihrer Heimat mitbringen und im gemeinsamen Musizieren Neues entstehen lassen. So wurden nach Musik zum Morgen und zur Rush Hour unter dem Titel «Melting Pot» eigenwillig traditionelle Lieder aus Russland, Irland oder «Scarborough Fair» aus England dargeboten. Im ersten Teil herrschte Tag, daher trugen die Musiker Strassenkleidung. In diese inspirierenden Stücke mischte sich auch Klassisches, etwa «Après un rêve» von Gabriel Fauré oder «Concerto Nr. 2 g-Moll op. 3» von Antonio Vivaldi,das sich nahtlos in Modernes auflöste, etwa in einen rassigen Tango. Im zweiten Teil kam Spark elegant für das Nachtleben gekleidet auf die Bühne. Während «Dreams» von Chiel Meijering (1954) zuweilen in eine Traumwelt entführte, zerrannen in «Harde Puntjes» (2004/2007), ebenfalls von Meijering, geradezu die Stunden im gehetzten Stadtgewühl oder klang die Musik nach einer mechanisch getakteten Produktionsanlage, beides den Puls unserer gestressten Zeit wiedergebend.

Weitere Infos

www.spark-off.de

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.07.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/UbGtNG