Das Bläserensemble Primavera machte erstmals einen Abstecher in die Welt der Oper und des Balletts. Bild Lilo Etter
Das Bläserensemble Primavera machte erstmals einen Abstecher in die Welt der Oper und des Balletts. Bild Lilo Etter

Musik

«Jung, frisch und etwas reifer»

Unter dem Titel «primavera at the opera» gab das Bläserensemble Primavera am Sonntagabend im gut besuchten Schlossturm in Pfäffikon ein Bettagskonzert voll Harmonie und Feingefühl. Zudem war es das Jubiläumskonzert zu seinem 15-jährigen Bestehen.

Nach 15 Jahren gemeinsamen Musizierens bezeichnete Klarinettist Martin Winiger das Bläserensemble Primavera als «jung, frisch und etwas reifer». Zum Jubiläum begab es sich erstmals in die Welt der Oper und spielte ein wohlklingendes Programm mit Werken aus Oper und Ballett. Einen filigranen Auftakt machten Adagio und Allegro aus «Ouvertüre zum Singspiel die Zauberflöte KV 620» von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791), transkribiert für Bläserquintett von Joachim Linckelmann. Dem schloss sich «Pelléas und Melisande» von Gabriel Fauré (1845 bis 1924) an, Transkription für Bläserquintett und Klavier von David Walter. Dieses Märchendrama um die verbotene, todgeweihte Liebe der beiden Hauptfiguren war in seinen vier Sätzen nicht nur trauernd und anklagend, sondern auch harmonisch-verspielt.

Musikalisches Farbenspiel

In abgeänderter Reihenfolge war nun das «Bläserquintett Opus 124» von Giulio Briccialdi (1818 bis 1881) zu hören. Von einer liedhaften Melodie geprägt, waren die drei Sätze mal optimistisch, innig und temperamentvoll, sprudelnd oder fliessend. Nach einer kurzen Pause erklang «Petit Suite» von Claude Debussy (1862 bis 1918), Transkription für Bläserquintett und Klavier, David Walter. Diese Transkription spiele das Bläserensemble wohl als eines der Ersten, habe sie doch noch etliche Fehler gehabt, bemerkte Martin Winiger dazu. Auch hier dominierte je eine liedhafte Melodie die vier Sätze, jede mit eigener Färbung und Dynamik. Harmonisch fügte sich das Klavier in die Bläserstimmen ein und verlieh ihnen einige warme Farbtupfer.

Zum Abschluss Klavier im Mittelpunkt

Den Abschluss machte «Norma Fantasie Opus 25 für Klavier und Bläserquintett» von Otto Nicolai (1810 bis 1849). Adagio, Thema und Variationen zu Vincenzo Bellinis Oper «Norma» stellten das Klavier in den Mittelpunkt. Stefan Zindel spielte auswendig, schmückte sensibel die Bläserstimmen aus und veränderte virtuos die Melodien von stiller Idylle bis zum forschen Klang oder elegant schreitenden, höfischen Tanz. Für den lang anhaltenden, herzlichen Beifall bedankte sich das Bläserensemble Primavera mit der rassigen Zugabe «Chanson bohémienne» von Georges Bizet.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.09.2010

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schwyzkultur.ch/CMUjjc