Der eigentliche Star des Konzertabends: Limon Fuchs mit dem Flötenorchester ConTatto. Bild Christina Teuber
Der eigentliche Star des Konzertabends: Limon Fuchs mit dem Flötenorchester ConTatto. Bild Christina Teuber

Musik

Luft bis zum letzten Takt

Wie klingt ein Orchester, das nur aus Blockflöten besteht? Die Frage wurde am Sonntag vom ersten Blockflötenorchester der Höfe, ConTatto, beantwortet. Es unterhielt die Zuschauer nicht nur mit ungewohnten Klangbildern, sondern auch mit einigen Überraschungsgästen.

Die Blockflöte wird als Instrument generell wahnsinnig unterschätzt», so der Dirigent und Gründer der Gruppe ConTatto, Josef Manser. Das habe man mit der Konzertreihe des vergangenen Wochenendes ändern wollen – eine Imagekorrektur für die Flöte also. Und die ist definitiv gelungen. Viele Zuschauer waren überrascht von den ungeahnten Möglichkeiten, die in den Blockflöten-Modellen von der Grösse 16 bis 240 Zentimeter steckten.Manser informierte während des Konzerts auf unterhaltsame Weise über die verschiedenen Arten im «Flötenwald» und deren Funktionen. Ein lehrreicher Abend also.

Von Barock bis Tango

Doch nicht nur Image-Aufpolierung und Wissensvermittlung waren wichtig. Die gut 40 Flötistinnen und Flötisten nahmen das Publikum auf eine wahre Zeitreise mit. Mal verwandelten sie das reformierte Kirchgemeindehaus in Pfäffikon in ein barockes Schlosszimmer, mal erweckten sie das Bild einer gemütlichen Jazzbar in den 1950er-Jahren. Auch ein Tango schlich sich auf sanften Sohlen unter die gespielten Stücke. Die Notensuche gestaltete sich als erstaunlich einfach. «Ich war überrascht, wie viele Lieder für Blockflöten bereits vorhanden waren. Mit dem Material, dass ich zu Hause habe, kann ich bestimmt noch ein, zwei Konzerte auf die Beine stellen», meinte Dirigent Josef Manser augenzwinkernd.

Die Luft nicht ausgegangen

Die Gruppe ConTatto, deren Name ganz einfach als «Mit Takt» übersetzt werden kann, wurde letztes Jahr am Valentinstag gegründet. Sie entstand aus einem bereits vorhandenen Blockflötenorchester. «Wir wollten der Blockflöte einen Mehrwert geben, in dem wir sie mit anderen Instrumenten zusammenführen», so Manser. Dies ist dem Orchester gelungen.Die ersten drei Stücke spielten die Musiker mit «Kinderpraktikanten», Klavier und Schlagzeug ergänzten die «Blasknebel» perfekt. Auch ein seltenes Instrument fand seinen Platz: Gemshörner begleiteten die Blasinstrumente in einer wunderbaren Sonate. Doch der kleine Star des Abends war Limon Fuchs. Der Junge spielte ganz alleine ein grosses Solo im Stück «Mini Concertino». Die Luft ist dem Orchester definitiv nicht ausgegangen – bis zum letzten Takt.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Christina Teuber)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.06.2016

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schwyzkultur.ch/aPp9KK