Die Kirche St. Peter und Paul auf der Ufnau bot einen passenden Rahmen für abend- und morgenländische Musik. Bild Markus Richter
Die Kirche St. Peter und Paul auf der Ufnau bot einen passenden Rahmen für abend- und morgenländische Musik. Bild Markus Richter

Musik

Musikalische Welten trafen aufeinander

Das Vokalensemble chant 1450 und Mahmoud Turkmani spielten für die Konzertreihe Musiksommer am Zürichsee in der Kirche St. Peter und Paul auf der Insel Ufnau.

Konzerte in der Kirche St. Peter und Paul auf der Klosterinsel Ufnau gehören seit jeher zum Programm des Musiksommers am Zürichsee. Auch im Rahmen des Jubiläumsprogramms der zum 20. Mal durchgeführten Konzertreihe wird zu speziellen Auftritten an diesem geschichtsträchtigen Ort geladen. Am Sonntagabend trat das Vokalensemble chant 1450 unter dem Motto «Flores de España» auf und begeisterte das Publikum mit einer Annäherung an orientalische und okzidentale Klänge der spanischen Renaissance. Für faszinierende Farbtupfer sorgte Mahmoud Turkmani,der seiner Oud bezaubernde Klänge entlockte.Neben dieser orientalischen Laute kam aber auch eine traditionelle Gitarre zum Einsatz.

Wunderbare Mehrstimmigkeiten

Der erste Konzertteil war von Werken des spanischen Hofkomponisten Johannes Anchieta geprägt. Motteten wie «In passione Domini», «Domine Jesu Christe»,«Virgo et mater» oder «O bone Jesu» liessen die Sänger wunderbare Mehrstimmigkeiten intonieren. Besonders fiel Countertenor Jan Thomer auf,der seine Technik unaufdringlich einzusetzen wusste. Neben diesen Ausflügen in hohe Tonlagen gefielen die Arrangements aber auch dank der Tenor-, Bariton- und Bassstimmen. Ebenso spannend waren die gregorianischen Crossoverstücke, bei denen Orient und Okzident in einen Dialog traten. Turkmani griff in «Kyrie in estivitatibus Beatissime Virginis Marie tantum», «Sequentia», «Sanctus de Beatissima Maria in diebus Sabbatis et in festivitatibus» und «Agnus Dei in festis duplicibus maioribus et in festivitatibus Beatissime Virginis» in die Saiten.

Filigran

Filigran umspielte er die gregorianischen Gesänge, liess Gegenmelodien erklingen oder unterstützte die Melodieführung. Die Verschmelzung der verschiedenen musikalischen Einflüsse war herausfordernd und vergnüglich zugleich. In seinen Solostücken schaffte es Turkmani, der Laute verschiedenste Klangfarben zu entlocken. Gleichsam geheimnisvoller als die meist lieblichen Gesangskompositionen wirkten seine Spielereien. Publikum zeigte sich beeindruckt Mit den dynamisch vorgetragenen Spannungsbögen von Antonio Riberas «Ave Maria» und Milans’«O rex noster» setzte das Vokalensemble im zweiten Teil weitere Höhepunkte. Die mitunter gegenläufigen Melodien kamen in der Kirche St. Peter und Paul bestens zur Geltung. Das Treffen von durchkomponierten Gesängen und improvisierten Lautenklängen sowie abend- und morgenländischen Harmonien beeindruckte das Publikum auf der Insel zu Recht.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.07.2015

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schwyzkultur.ch/855NJS