Musizierten gemeinsam: Andreij Gorbatschow (l.) und Lothar Freund. Bild Josef Blattmann
Musizierten gemeinsam: Andreij Gorbatschow (l.) und Lothar Freund. Bild Josef Blattmann

Musik

Musikalisches Stelldichein mit Gorbatschow und Freund

In diesen Genuss kamen am Donnerstagnachmittag die Besucher des Tertianums Residenz Huob in Pfäffikon in Form eines grossartigen Konzerts.

Er wurde vielfach ausgezeichnet, trat auf der ganzen Welt auf und unterrichtet als Direktor im Fachbereich Saiteninstrumente an der Gnessin-Musikhochschule in Moskau.Die Rede ist von Andreij Gorbatschow, einem aussergewöhnlichen Balalaika-Interpreten, der sich durch enorme Virtuosität und hohe Sensibilität auszeichnet. Er sei «bescheiden im Gespräch, ein Löwe auf dem Podium», sagen ihm Russlands Musikkritiker nach. Begleitet wurde er von Lothar Freund, einem studierten, international ausgewiesenen Klavierbegleiter. In ihm scheint Gorbatschow den idealen Begleiter gefunden zu haben.

Temperament und Virtuosität

Freund führte mit viel Witz durch das Programm und machte die Zuhörer auch mit dem russischen Instrument bekannt, das lediglich drei Saiten umfasst und allein mit den Fingerkuppen – in verschiedenen Techniken – gespielt wird. Das Programm umfasste Kompositionen, die eigens von Gorbatschow arrangiert wurden,jedoch auch Originalkompositionen, wie das interessante, abwechslungsreiche Stück «Musik aus dem Paradies» des zeitgenössischen Komponisten Michail Bronner. Dass die Auswahl für Balalaika nicht auf russische Kompositionen beschränkt sein muss, zeigte die Suite «Sonate in D-Dur» von Domenica Scarlatti. Die ganze reichhaltige Fülle des Barocks kam dabei zum Ausdruck und klang – auch mit diesem speziellen Instrument – authentisch. Im Jazzstil kam Alexander Spinows russisches Volkslied daher. Die Leidenschaft, mit der dieses Volkslied gespielt wurde, liess phasenweise die Befürchtung aufkommen, dass «die Töne der Balalaika » gezählt sind.

Witzige Suite

Die viel genannte russische Seele kam bei den Suiten der beiden russischen Komponisten Alexander Schalow und Alexander Zigankow am stärksten zum Ausdruck. Die witzige Suite «Padespania» erzählt die Geschichte von einem alten Mann und einem ebenso alten Leierkasten, der am Schluss auseinanderfällt. In «Madjandi» sieht man nach einer schönen Melodie wild die Zigeuner tanzen. Melancholie, Sehnsucht, Dramatik und ausschweifendes Temperament lösen sich bei den beiden Suiten «Weinende Mädchen» und «Tanzende Winterschuhe» ab.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Verena Blattmann)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.06.2016

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schwyzkultur.ch/HnYbni