Bernhard Isenring, Musiker aus Altendorf, beeindruckte mit seinem Spiel. Bild vb
Bernhard Isenring, Musiker aus Altendorf, beeindruckte mit seinem Spiel. Bild vb

Musik

Orgelmusik zur Passionszeit

Zum letzten Mal in dieser Saison fand in der Pfarrkirche in Pfäffikon eine Orgelmatinee statt. Sie stand ganz im Zeichen von Johannes Brahms. Bernhard Isenring aus Altendorf beeindruckte das Publikum mit seinem brillanten Orgelspiel, Sängerinnen und Sänger des Vocalensemblee 80 mit ihrem gepflegten, feinfühligen Gesang.

Der deutsche Komponist der Romantik, Johannes Brahms (1833–1897) gehört nicht zu den bedeutenden Komponisten von Orgelmusik. Erst die innige Bekanntschaft mit Clara und Robert Schumann weckte sein Interesse an dieser Musik. Am letzten Samstag bekamen die Zuhörer eine Auswahl aus den «Choralvorspielen op. 122» dieses bedeutenden Komponisten seiner Zeit zu hören. Diese wurden – sowohl musikalisch als auch inhaltlich – bereichert mit vierstimmigen Chorälen eines Ad-hoc- Chors aus Sänger und Sängerinnen des Vocalensemble 80. Einstudiert wurden diese Choräle mit Bernhard Isenring. Ruedi Sutter, er singt Bass in diesem Chor, führte die Sänger sicher und mit viel Gefühl durch das Konzert.

Melancholie der Passionszeit

Über den Choralvorspielen im Wechsel mit den gesungenen Chorälen hing ein Hauch von Melancholie und Trauer. Oft auch eine Sehnsucht nach Erlösung, wie etwa beim Lied «Herzlich tut mich verlangen». Brahms bearbeitete einen Teil dieser Kompositionen denn auch in einer Phase der Trauer und im Vorausahnen seines baldigen Todes. Dies kommt im Besonderen in seiner letzten Bearbeitung vor seinem Tod, «O Welt, ich muss dich lassen», zum Ausdruck. Die oft tiefen Töne der Orgel erscheinen düster, der feine, leise Abschluss stimmt wiederum versöhnlich und ertönt friedvoll. Die Orgelvorspiele gaben dem Zuhörer immer wieder Gelegenheit, die traurigen Worte der Choräle, die zugleich aber auch Aufforderung und Hoffnung beinhalten, zu verinnerlichen und zu verarbeiten. Das vom Organisten und Sängern gleichermassen beeindruckend vorgetragene Konzert war musikalischer Genuss und Quelle zugleich. Eine Quelle, aus der die Zuhörer etwas für sich persönlich für die Passionszeit herausschöpfen konnten.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.03.2012

Webcode

www.schwyzkultur.ch/khFprt