Nick Perrin (v. l.), Ueli Schmezer und Michel Poffet gaben alles – das zeigten auch die verschwitzten Hemden. Bild Kurt Kassel
Nick Perrin (v. l.), Ueli Schmezer und Michel Poffet gaben alles – das zeigten auch die verschwitzten Hemden. Bild Kurt Kassel

Musik

Ueli Schmezer und Band begeisterten

Dieses Jahr wäre Mani Matter, der Berner Troubadour und Liedermacher, 80 Jahre alt geworden. Leider starb er, nur gerade 36-jährig, bei einem Unfall auf der Autobahn A3 bei Horgen. Seine Lieder aber leben weiter.

Mani Matter verbrachte seine Kindheit in Bern. Er machte die Matura, und in dieser Zeit schrieb er seinen ersten Chanson «Der Rägewurm». An der Universität Bern erwarb er nach dem Studium der Rechte das bernische Fürsprecherpatent. Den Doktortitel erarbeitete er sich mit der Höchstnote «summa cum laude».

Vom Doktor zum Musiker

Bald nahm die Musik einen immer grösseren Teil seines Lebens in Beschlag. Er war Mitglied der bekannten «Berner Troubadours». Seinen ersten Soloauftritt hatte Mani Matter auf Drängen von Emil Steinberger im Kleintheater Luzern. Einige seiner Chansons wurden zu richtigen Ohrwürmern, wie «s’Zündhölzli», «de Hansjakob und s’Babettli» oder «dr Alpeflug ». Seine immer auf Berndeutsch gesungenen Lieder kamen beim Publikum an und machten ihn bekannt. Und das zeigte sich auch am Samstagabend im Tertianum Huob in Pfäffikon. Über 150 Leute genossen den Abend mit Mani Matters Musik.Und wer könnte seine ausdrucksstarken Lieder besser interpretieren als die drei Berner von Ueli Schmezer’s MatterLive: Schmezer, bekannt als Moderator der SRF-Sendung «Kassensturz», zusammen mit dem Gitarristen Nick Perrin und dem Kontrabassisten Michel Poffet.

Auftritt der Sonderklasse

Was das Trio auf der Bühne abzog, war Sonderklasse. Nick Perrin, einer der besten Gitarristen im Land, liess seine Finger atemberaubend schnell über die Saiten tanzen, und man hatte manchmal wirklich das Gefühl er habe – wie Schmezer sagte – an jeder Hand sieben Finger. Er brachte mit seinem Spiel einen Touch Jazz mit einer gehörigen Portion Latin auf die Bühne. Der Kultbassist Michel Poffet beherrscht den Kontrabass mit grosser Virtuosität. Es gelang dem Trio, aus den Liedern Mani Matters alles herauszukitzeln, was in ihnen steckt. Ueli Schmezers Stimme scheint für die Songs von Mani Matter gemacht zu sein. Er sang dessen Lieder so, wie dieser sie selber nicht besser hätte vortragen können. Und eins war deutlich spürbar: Die Texte von Matters Liedern sind noch heute hochaktuell. Es war ein gelungener Abend, an dem bestimmt auch Mani Matter seine helle Freude gehabt hätte.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Kurt Kassel)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.10.2016

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schwyzkultur.ch/s4ia1s