Kantichor und Orchester der KSA rissen das Publikum mit ihrer West Side Story unter der Leitung von Thomas Schuler zu Standing Ovations hin. Bild Barbara Stocker
Kantichor und Orchester der KSA rissen das Publikum mit ihrer West Side Story unter der Leitung von Thomas Schuler zu Standing Ovations hin. Bild Barbara Stocker

Musik

West Side Story zum Abschied

Der Chor der Kantonsschule Ausserschwyz KSA schenkte seinem Leiter Thomas Schuler mit zwei Konzerten einen äusserst berührenden Abschied. Im Publikum mit dabei: Bundesrat Ueli Maurer.

Was die vielen Besucherinnen und Zuhörer im Weidschulhaus Pfäffikon und im Maihofsaal Schindellegi übers Wochenende geniessen durften, war ein Kulturereignis der Sonderklasse. 50 Schülerinnen und Schüler, KSA-Lehrkräfte, sogar einige Eltern sangen sich mit Leonard Bernsteins berühmter West Side Story in die Herzen des Publikums. Nach der Begrüssung – durch Betty Peter von SchwyzKulturPlus in Pfäffikon und durch Alt-Regierungsrat Peter Reuteler in Schindellegi – brachten das Profiorchester, unter anderem mit Lehrkräften der KSA, zwei Schauspieler und eine Tanzgruppe alle emotionalen Saiten zum Erklingen: Tränen vor Lachen, feuchte Augen vor Betroffenheit über diese Romeo und Julia-Geschichte, die an Aktualität nichts verloren hat. Und Shakespeares Thema ist in diesem Musical von einer genialen Musik durchtränkt, die in der Verschmelzung von Klassik und Jazz, von USA-Sound und südamerikanischem Kolorit auch nach bald 60 Jahren nichts von ihrer Einmaligkeit verloren hat.

Tausendsassa Thomas Schuler

Was der Märchler Allroundmusiker einmal mehr auf die Beine gestellt und zum Klingen gebracht hat, kann nur angedeutet werden. Der Zuhörer geht davon aus, dass man die Partitur dieses Musicals kauft und mit dem Chor einübt. Fehlanzeige: So ein Riesenwerk braucht Bearbeitung, Arrangement, Kürzungen, Anpassungen an den vorhandenen Klangkörper. Was Schuler in langer Ferienarbeit leistete, ist nicht in Worte zu fassen. Kleines Beispiel: Beim Ohrwurm «Tonight» fügte er sogar eine neue Gegenmelodie hinzu, an der bestimmt auch Bernstein seine Freude gehabt hätte.Im Gespräch erwähnte er aber etwas ganz anderes: «Am meisten hat mich berührt, wie sich die Jugendlichen bis an ihre Grenzen engagiert und in den kurzen Probepausen noch für ihre Prüfungen gelernt haben.»

Eine einzige Gesamtprobe

Unglaublich aber wahr: Das Orchester probte bloss ein Mal, und es gab auch nur eine einzige Gesamtprobe. Mehr erlaubte das Budget nicht. Ein – gelungenes – Wagnis, das nur wenige Dirigenten eingehen. Das Publikum spendete bei allen 13 Nummern frenetischen Applaus, bewunderte die Qualität des Vokalensembles und des Chores, des 14-köpfige Orchesters, der Tanzgruppe und der beiden Schauspieler, deren Namen stellvertretend erwähnt seien: Anna Rebecca Sehls als Maria und Michel Kopmann als Tony.

Ueli Maurer im Publikum

Leider verlässt Thomas Schuler den Nuoler Standort der KSA nach 16 Jahren und wirkt an der Kanti Wiedikon weiter. Ein Zuhörer brachte es auf den Punkt, was unisono die Meinung war: «Schade für KSA Ost, schön für Züri West.» Zu guter Letzt noch dies: In Schindellegi sass auch Bundesrat Ueli Maurer im Publikum, der seine Tochter Sidonia Maurer als Geigerin geniessen durfte. Die Abschiedsworte der Schülerinnen und Schüler drückten dem «Chor-Dompteur» bei der Standing Ovation sichtbar auf die Tränendrüse. Zum Glück geht es weiter: Mit Konrad von Aarburg übernimmt ein kompetenter Nachfolger den Dirigentenstab. Zusammen mit Anita Haapamäki kann er diesen «Thomy-Drive» mit Chorliteratur am Leben erhalten, welche die KSA-Jugend und das Publikum auch künftig begeistern wird.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Armando Pirovino)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.06.2015

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