Die vier leidenschaftlichen Musiker des Tony Renold Quartetts trugen Ort-Musik-Kompositionen vor. Bild Simone Pflüger
Die vier leidenschaftlichen Musiker des Tony Renold Quartetts trugen Ort-Musik-Kompositionen vor. Bild Simone Pflüger

Musik

Wie klingt denn eine Seenlandschaft?

«Places» heisst das Album, aus dem das Tony Renold Quartett am Samstagabend im Schloss - turm Pfäffikon spielte. Die jazzigen Stücke, die arabische, afrikanische und klassische Einflüsse in sich tragen, sind Hommagen an besondere Orte.

Der Winnipesaukee ist ein See im US-Bundesstaat New Hampshire. Selbst wer noch nie dort gewesen ist, bekam durch das erste Stück des Tony Renold Quartetts einen Eindruck, wie die Seenlandschaft aussehen – oder besser gesagt – klingen könnte. Die vier Musiker – Schlagzeuger Tony Renold, Trompeter Michael Gassmann, Gitarrist Michael Bucher und Bassist Patrick Sommer – schufen sie nämlich vor den Ohren des Publikums: ein bunter Klangteppich aus romantischen Trompetentönen, sanften Schlagzeugsounds, melodiösen Gitarrenklängen und groovigen Basslinien.

Töne aus der Ferne

Zwei weitere Stücke entführten die Zuhörer an Orte in Neuengland. Eines davon war die Ballade «Walden Pond» – ein eher melancholisches Stück, aber dennoch immer luftig und lebendig. Tony Renold spielte lächelnd mit geschlossenen Augen. Mit seinem variantenreichen, einfühlsamen Spiel dominierte er die Gruppe nicht, sondern wies ihr sanft den Weg. Beim Trompeter hatte man zuweilen das Gefühl, er würde in der Welt seiner Töne versinken. Der Bassist schien die Schwingung der Saiten im ganzen Körper zu spüren, der Gitarrist den eigenen Tönen zuzunicken.

Afrika lässt grüssen

Mit Überraschungen gespickt war das afrikanische Stück «Malumba yeo». Der Trompeter imitierte mit seinem Instrument zuweilen wilde Tiere. Michael Bucher tauschte seine Gitarre mit einer Kalimba, einem traditionellen afrikanischen Instrument, das Glockentöne wie warmes sprudelndes Wasser gleichmässig hervorbrachte. Zwei weitere Musikreisen nach Dänemark und ins Engadin, ausserdem der Great American Songbook Standard «Bye bye blackbird», rundeten das Konzert ab.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

31.01.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/JTyaDB