Klaus Leutgeb, ein begnadeter Pianist, begeisterte die Zuhörer im Tertianum Huob. Bild Kurt Kassel
Klaus Leutgeb, ein begnadeter Pianist, begeisterte die Zuhörer im Tertianum Huob. Bild Kurt Kassel

Musik

Wiener Klassik und Romantik im Tertianum Huob

Bereits zum dritten Mal konzertierte der weltbekannte Wiener Pianist Klaus Leutgeb vorgestern Dienstag im Tertianum Huob in Pfäffikon.

Dieses Mal huldigte der Österreicher den Komponisten Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und Frédéric Chopin. Er eröffnete den Konzertnachmittag mit dem berühmtesten Klavierwerk von Beethoven, mit der grossartigen «Mondscheinsonate Op. 27 Nr. 2», mit dem fliessenden Eröffnungssatz Adagio sostenuto, dem filigranen Menuett und dem virtuosen Prestofinale. Beethoven hat 32 Klaviersonaten geschrieben. Davon war diese vierzehnte sicher die genialste, aber auch die einfachste. Die Melodie ist sofort zu erkennen, so dass sie auch andere Musiker dazu brachte, sie in anderer Form zu interpretieren. Zum Beispiel Richard Clayderman oder die Rockband «Die Toten Hosen», die sie in ihrem Song «Hier kommt Alex» zitierten. Die «Mondscheinsonate » ist so etwas wie ein Beethoven-Code, wie etwa der Anfang der fünften Sonate. Schon zu Beethovens Lebzeiten kursierten Gerüchte darüber, wie die «Mondscheinsonate» entstanden sei. Man sagte, dass Beethoven von einem blinden Mädchen,das im Mondschein Klavier spielte, so gerührt war, dass er sich zu ihr hinsetzte und gleich den ersten Satz improvisierte.

Liszt und Chopin

Zwei Kompositionen von Franz Liszt,dem 1811 geborenen Musikgenie, zeigten mit der Etüde Des-Dur «Un Sospiro» (ein Seufzer) das grossartige Schaffen dieses Komponisten, Klaviervirtuosen und Schriftstellers. Liszt galt im Alter von sechs Jahren bereits als Wunderkind. Mit neun Jahren spielte er bereits in grossen Konzerthallen. Mit über 700 Kompositionen war Liszt einer der produktivsten Komponisten. Zum Abschluss kam Frédéric Chopin zu Ehren. Er gilt bis heute als einer der einflussreichsten und populärsten Pianisten und Komponisten von Klaviermusik. In Warschau aufgewachsen, lebte Chopin nach dem Novemberaufstand 1831 in Paris. Er war bekannt als Komponist von Mazurkas und Polonaisen. So kamen die Zuhörer in den Genuss der «Polonaise brillante précédée» und des «Andantes spianato op. 22». Klaus Leutgeb spielte das einstündige Konzert aus dem Kopf, ohne Noten. Das Publikum dankte es ihm mit langanhaltendem Applaus.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Kurt Kassel)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.03.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/QTpJe9