Die vier Baikal Kosaken: (v. l.) Abdrej Novikov, Bass; Nikolai Debski, Tenor; Grischa Rudowskij, Akkordeon und Marc Stiupkov, Bariton. Bild Kurt Kassel
Die vier Baikal Kosaken: (v. l.) Abdrej Novikov, Bass; Nikolai Debski, Tenor; Grischa Rudowskij, Akkordeon und Marc Stiupkov, Bariton. Bild Kurt Kassel

Musik

Zwischen Wolga und Baikalsee

Einen absoluten Höhepunkt der Konzertserie im Tertianum Huob in Pfäffikon erlebten die Besucher mit dem Konzert der Baikal Kosaken.

Die vier Russen, alle hervorragende ausgebildete Sänger und Meister auf ihren Instrumenten, brillierten nicht nur musikalisch mit der Schwermut der unendlichen russischen Steppe, sondern a capella auch mit feierlichen orthodoxen Kirchengesängen. Die vier Opernsänger, die schon in den verschiedensten grossen Häusern Europas sangen, hatten schon die Ehre, vor der holländischen Königsfamilie und vor dem ehemaligen russischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow zu singen. Ihr Repertoire reicht von orthodoxen und gregorianischen Kirchengesängen bis zu russischen Volksliedern, Balladen und Romanzen.

Professionelle Sänger

Nikolai Debski, der Tenor und Leiter der Baikal Kosaken ist ausgebildeter Opernsänger, sang neun Jahre lang am Oldenburgischen Staatstheater und gastierte in verschiedenen Opernhäusern in Europa. Er spielte die grosse Kontrabass-Balalaika. Auch Marc Stiupkov, Bariton, kennt die Opernhäuser Europas. Er spielte die Alt-Balalaika. Andrej Novikov brillierte mit seiner tiefen Bassstimme. Er spielt seit zwanzig Jahren an der Bromberger Staatsoper unter anderem den Tevje aus Anatevka und hat in seinem Repertoire neben dem russischen Liedgut über vierzig Opernpartien. Sein Instrument ist die Gitarre. Nicht nur mit der Stimme, sondern vor allem mit seinem meisterhaften Spiel auf dem Akkordeon brillierte Grischa Rudowskij. In seinen Soli «Dr. Schiwago» und «Das Karussell» liess er die Finger in atemberaubender Geschwindigkeit über die Tasten tanzen.

Kultur nähergebracht

Neben Stücken aus dem 17. Jahrhundert wurde Musik aus der Blütezeit der russischen Musik, von Tschaikowsky und Rimski-Korsakov gespielt. Dabei erfreuten die Zuhörer auch bekannte Lieder wie die wehmütigen Moskauer Nächte, Wolga-Wolga, Marusia und das Solo für Tenor und Bass «Die Abendglocken». Die vier Russen verstanden es, im Tertianum die Musik und das Liedgut der Kosaken, die sich vor allem im Grenzgebiet des Nordkaukasus, in Sibirien und am Baikalsee ansiedelten, auf eindrückliche Art den Zuhörern näherzubringen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.09.2011

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schwyzkultur.ch/Q25BQY