Katja Bürgler-Zimmermann verband Schwyzerörgelimusik mit Jodel.
Katja Bürgler-Zimmermann verband Schwyzerörgelimusik mit Jodel.
Marcel Oetiker war Musiker, Initiant und Organisator in einem.
Marcel Oetiker war Musiker, Initiant und Organisator in einem.
Bündner und Märchler: das Quartett Robin Mark mit (v. l.) Robin Mark, Florian Mächler, Christian Zünd und Pirmin Huber. Bilder Andreas Knobel
Bündner und Märchler: das Quartett Robin Mark mit (v. l.) Robin Mark, Florian Mächler, Christian Zünd und Pirmin Huber. Bilder Andreas Knobel

Volkskultur

Das etwas andere Schwyzerörgelitreffen

Am fünften Schwyzerörgeliforum im Schlossturm Pfäffikon zeigte Initiant und Organisator Marcel Oetiker mit Hilfe von sechs Formationen eindrücklich auf, wie verschieden und vielseitig das Schwyzerörgeli klingen und verwendet werden kann.

 Urchige Schwyzerörgelitreffen sind in unserer Region seit Jahrzehnten bekannt und beliebt. Auch am Schwyzerörgeliforum steht dieses urtümliche Instrument im Vordergrund. Allerdings in völlig unterschiedlicher Weise: künstlerischer, grenzenlos, gar akademischer. Das fünfte Schwyzerörgeliforum vom Samstagabend im Schlossturm Pfäffikon legte einmal mehr Zeugnis ab, dass ein Schwyzerörgeli weit mehr als einfach volkstümlich sein kann.Dabei war die Lokalität Schlossturm zwar von der Stimmung und der Akustik her top,von der Grösse her jedoch sehr bescheiden gewählt. Es mussten denn auch reihenweise zusätzliche Stühle platziert werden.

Nach dem offerierten Apéro schilderte zu Konzertbeginn Initiant und Organisator Marcel Oetiker aus Altendorf – der als Doyen dieser «modernen » Schwyzerörgelimusik bezeichnet werden darf – per Beamer die Idee hinter dem Forum und die vorangegangenen Ausgaben. Dabei zeigte sich Oetiker als zwar zurückhaltender, aber gewiefter und humorvoller Moderator.


Von leise und sanft bis gar rockig

Den ruhigen Start übernahm das Duo Evelyn & Kristina Brunner aus Thun. Die beiden Schwestern wechselten sich am Schwyzerörgeli, am Cello und am Bass ab und boten einen sanften Einstieg ins Konzert.

Fast schon schmissig oder gar rockig präsentierte sich die nächste Formation: Zuckdraht.Die Besetzung der Nidwaldner um Adrian Würsch (Schwyzerörgeli, diatonische Handorgel) liess dies schon erahnen. Mit Linus Bircher an der Gitarre, Lukas Bircher am Bass und Christian Zünd am Schlagzeug unterscheidet sich diese Gruppe doch deutlich von einer herkömmlichen Ländlerkapelle.

Die letzten Darbietungen vor der Pause bot Katja Bürgler-Zimmermann aus dem Toggenburg als Solistin. Sie mischte in ihre ruhigen Stücke schöne Jodeltöne, mit denen sie auch schon in diversen Fernsehsendungen erfreute. Die Künstlerinnen und Künstler sagten ihre Vorträge jeweils selber an. Katja Bürgler-Zimmermann nutzte die Gelegenheit, um Marcel Oetiker für seine Initiative und für seine Vorreiterrolle im Dienste der Schwyzerörgelimusik zu danken.

March als Hochburg

Nach der Pause machte sich das Quartett Robin Mark aus dem Bündnerland bereit. Wobei diese geografische Zuordnung nur die halbe Wahrheit ist. Diese renommierte Formation besteht nämlich neben Robin Mark am Schwyzerörgeli und Christian Zünd am Schlagzeug aus den Märchlern Florian Mächler an der Gitarre und Pirmin Huber am Bass. Diese Besetzung lässt erahnen,dass die Musik des Quartetts Robin Mark durchaus auch melodiös und gar tanzbar daherkommt.

Als Nächstes waren Gäste aus Baselland an der Reihe.Dreierlei nennen sie sich und umfassen neben Florian Gass am Schwyzerörgeli die Geschwister Angelika Sperisen an der Geige und Fabian Sperisen am Bass. Sie boten feine, ebenfalls melodiöse und tanzbare Musik.

Den Abschluss bestritt natürlich das Marcel Oetiker Trio selber. Was Oetiker am Schwyzerörgeli mit Pirmin Huber am Bass und Christian Zünd am Schlagzeug boten, ist schwer einschätzbar. Sie «switchen» zwischen den Musikstilen vom Volkstümlichen bis zum Jazz – inklusive Soli – und beeindrucken mit ihrer Virtuosität.

«Gesamtchor» als Abschluss Als Zugabe, die gar zwei Mal gewährt wurde, liess sich Marcel Oetiker etwas Besonderes einfallen: eine Art «Gesamtchor». So waren sieben Schwyzerörgeli, drei Kontrabässe, zwei Gitarren, eine Geige und ein Schlagzeug auf der kleinen Bühne auszumachen. Gewählt haben die 14 Künstlerinnen und Künstler dann eher ein urchiges Stück,das schliesslich zur Entzückung des Publikums ganz traditionell- urchig durch einen Juuz von Pirmin Huber abgeschlossen wurde.

So durfte Marcel Oetiker – bestimmt auch in Übereinstimmung mit dem Publikum – ein überaus positives Fazit für das fünfte Schwyzerörgeliforum in Pfäffikon ziehen. Es bleibt lediglich die Frage im Raum stehen, ob solche Konzerte rund um das erstaunlich vielfältige Instrument Schwyzerörgeli nicht aus dem Schlossturm und damit aus dem Elfenbeinturm, wie ihn Oetiker selber nannte,ausbrechen und grössere Säle mit breiterem Publikum belegen sollten.

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Volksmusik

Publiziert am

27.11.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/9m1YSH