Damals, im Jahr 2010 anlässlich eines Gruppenfotos, waren bei Panoptikum Pfäffikon noch alle Mann an Bord. Nun verlässt die Guggenmusik das Vereinsschiff endgültig.  Bild zvg
Damals, im Jahr 2010 anlässlich eines Gruppenfotos, waren bei Panoptikum Pfäffikon noch alle Mann an Bord. Nun verlässt die Guggenmusik das Vereinsschiff endgültig. Bild zvg

Volkskultur

Pfäffikon verliert seine Guggenmusik definitiv

Die Guggenmusik Panoptikum löst sich an der nächsten GV auf. Nun gibts nur noch eine Höfner Gugge.

Sie wurde an der diesjährigen Pfäffiker Fasnacht schmerzlich vermisst: die Guggenmusik Panoptikum. Tatsächlich war die Dorfgugge diese Saison nicht aktiv, wie Präsident Ueli Brändle auf Anfrage bestätigt. Nachdem an der letzten Generalversammlung viele altgediente Mitglieder den Verein verlassen hatten, schrumpfte der Bestand von 22 auf lediglich noch sechs Aktive. An ein vernünftiges Musizieren war nicht mehr zu denken, und etwas «Dureschtiere» wollte man nicht. Deshalb machte die Pfäffiker Guggenmusik dieses Jahr eine Pause. Auch die beliebte Gugge-Night in Pfäffikon wurde auf Eis gelegt.

Auflösung ist unvermeidbar

Weil aber auch in absehbarer Zukunft kein Mitgliederzuwachs zu erwarten ist, zieht das verbliebene halbe Dutzend einen Schlussstrich.«Ja, der Verein wird sich an der GV vom 2. Mai auflösen», bestätigt Brändle. Ein Jahr lang hätten sie nach Lösungen gesucht, doch die Lage sei aussichtslos. An der GV würden sie dann entscheiden, was mit der Vereinskasse und dem Material passieren soll. Immerhin suchen etliche Instrumente und sogar ein Instrumentenanhänger neue Besitzer.

Es bleibt nur noch eine

Die Guggenmusik Panoptikum wurde im Jahr 1992 gegründet. Damit war sie alles andere als nur ein Strohfeuer, sondern fester Bestandteil der Höfner Fasnacht. In den besten Zeiten zählte Panoptikum deutlich über 30 Mitglieder. Nun entsteht definitiv ein Vakuum an der Pfäffiker Fasnacht. Denn inzwischen gibt es im Bezirk Höfe nur noch eine Guggenmusik, die Roosschränzer aus Wollerau. Die Geuferludis, eine Kleinformation hauptsächlich mit Mitgliedern aus der Harmonie Freienbach, ist zwar an der Fasnacht aktiv, aber keine eigentliche Guggenmusik. Früher gab es übrigens neben den Roosschränzern nicht nur Panoptikum, sondern auch noch die Mischtchratzer aus Wollerau.

Gäste müssen einspringen

Dennoch dürfte die Höfner Fasnacht auch in Zukunft nicht stumm über die Bühne gehen. Neben den Roosschränzern würden bestimmt viele auswärtige Guggen einen Gastauftritt bestreiten. Vor allem Zürcher Vereine, die selber gar keine eigentliche Fasnacht pflegen, sind auf solche Engagements angewiesen. Ebenfalls dürften sich die immer noch zahlreichen Märchler Guggenmusiken der Höfner erbarmen und aushelfen. Allerdings kämpfen auch in der March einige kleinere Vereine gegen den Mitgliederschwund an und retten sich von Fasnacht zu Fasnacht. Die Guggenmusik Hafä-Rattä aus Lachen/Altendorf hat sogar schon die zweite Saison ausgesetzt.

Offensichtlich zeichnet sich in der Fasnacht wie in der Wirtschaft eine Tendenz zu Fusionen oder Übernahmen ab – sozusagen eine «Globalisierung » im Kleinen, die man vielleicht bedauern mag, aber Tatsache ist.

Höfner Volksblatt (Andreas Knobel) und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

20.02.2015

Webcode

www.schwyzkultur.ch/7PYAwa