Kunst & Design
Wenn Kunst Schule macht
Mit einem Kunstapéro wurde am Donnerstagabend die Kunst am Bau in der neuen Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon offiziell eingeweiht. Ingo Giezendanner führte persönlich durch sein neustes Kunstwerk.
Bereits seit vergangenem August gehen die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) täglich im neuen Bau in Pfäffikon aus und ein. Unter ihnen war auch der Künstler Ingo Giezendanner, der nach dem gewonnenen Auftrag für die Realisierung der Kunst am Bau der neuen KSA von Ideen nur so sprühte. Er widmete sich den verschiedenen Projekten monatelang mit extremer Hingabe und Akribie. So wurde das handbemalte dreistöckige Nottreppenhaus am vergangenen Donnerstag erstmals öffentlich gezeigt und erklärt.
Mosaik als Hintergrund
Der Anlass startete in der Mensa – genauer gesagt im Selbstversorgerraum. Dort prangt seit rund einem Jahr ein grosses Mosaik von Giezendanner, das er in Portugal von Hand auf rund 1800 Keramikkacheln zeichnete und dann in die Schweiz schickte. Das Wandbild mit Massen von rund 5 Metern Höhe auf 7,5 Meter Breite zeigt zwei riesige Komposthaufen mit Tausenden von Elementen. Dieses Mosaik bildete den passenden Hintergrund zur feierlichen Einweihung. Christoph Dettling, Vorsteher Hochbauamt Schwyz, zeigte sich zufrieden mit dem zweiten abgeschlossenen «Kunst am Bau»Projekt im Kanton Schwyz. Das erste Mal wurde das Konzept am Heilpädagogischen Zentrum Innerschwyz in Ibach angewandt, jetzt bei der KSA in Pfäffikon. Als drittes Kunstprojekt ist dann die neue KSA in Nuolen geplant. Auch Martin von Ostheim, Rektor der KSA, bedankte sich und betonte, dass er die neuen Räumlichkeiten oft und gerne im Rahmen von Führungen zeige und sie sehr gut ankämen, nicht zuletzt wegen Giezendanners Fertigkeiten. Die Schüler würden sich sicher nach Jahren noch an die Kunst am Bau erinnern, auch wenn sie dann schon lange vergessen haben, was sie im Unterricht erlebten. Als dritter im Bunde sprach Regierungsrat Michael Stähli als Bildungsdirektor. Er freute sich, dass «die Kunst fürs neue Gebäude massgeschneidert ist.» Sie fördere ausserdem das Kunst- und Kulturverständnis auch ausserhalb von Museen.
Buch als Überraschung
Der sichtlich erfreute und auch etwas erleichterte Künstler Ingo Giezendanner gab zu: «Eine solch grosse Fläche zu bespielen war anspruchsvoll. Zwischendurch wurde ich fast erdrückt von der Grösse.» Er wollte jedoch etwas für das Lernumfeld machen und seine Akzente an verschiedenen Stellen des weitläufigen Neubaus anbringen. Insgesamt beinhaltet die Kunst am Bau von Giezendanner vier Elemente: Das erwähnte Wandmosaik in der Mensa, weitere grossflächige Akzente fin-den sich im Haupt- und im Nebentreppenhaus. Am Donnerstag präsentierte Giezendanner zudem ein grosses, handgebundenes Buch mit vielen verschiedenen, naturnahen Schwarz-Weiss-Zeichnungen. Er kündigte an, im Laufe der nächsten Jahre im gleichen Format noch sechs weitere Bücher abzuliefern. Die KSA kann die Grundlagen als Arbeitsmaterial brauchen und im Unterricht weiterentwickeln. Danach waren die Anwesenden zum Augenschein der Kunst am Bau eingeladen: Von August bis Anfang Januar hat-te Ingo Giezendanner im Fluchttreppenhaus täglich von Hand über drei Stöcke gemalt und riesige Bäume von der Wurzel bis zur Krone entstehen lassen. Für das Mammutwerk hatte der Künstler eine grobe Vorlage, die einzelnen Blätter und Details führte er dann vor Ort in schwarzer Farbe aus. Die dicht bemalten Wände sind eindrücklich zu bestaunen, für die detaillierte Bemalung musste unter anderem auf ein mobiles Gerüst zurückgegriffen werden. Auch den Blätterwald im Haupttreppenhaus stellte der Künstler genauer vor, er wollte die «luftige Qualität des Herbstes über mehrere Stockwerke » zeigen. Die beiden Kunstwerke unterscheiden sich stark voneinander und gehören irgendwie trotzdem zusammen. Die Kunstwerke von Ingo Giezendanner sind fest mit dem neuen KSA-Gebäude verwoben und begleiten den Schulalltag auf Schritt und Tritt. Sie laden zum Hinschauen, Verweilen und Nachdenken ein.
Einsiedler Anzeiger / Patrizia Baumgartner
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