Standen gestern Rede und Antwort: Barbara Wälchli Keller (links) und Verena Steiger. Bild: Josias Clavadetscher
Standen gestern Rede und Antwort: Barbara Wälchli Keller (links) und Verena Steiger. Bild: Josias Clavadetscher

Dies & Das

Radiosendung ganz ohne Radio

Nach dem Muster der Sendung «Persönlich» wurden Verena Steiger und Barbara Wälchli befragt.

Das Konzept funktioniert offensichtlich auch, ohne dass alles über den Sender geht. Gestern standen so im originellen Kulturtempel Müsigricht als letzte Veranstaltung des Kulturmonats zwei kreative Frauen im Fokus und stellten sich den Fragen von Moderator Walter Kälin. Obwohl er schon vor mehr als 20 Jahren letztmals die Sendung «Persönlich» geleitet hat, ist er immer noch als Aushängeschild präsent. Mit vertrauter Stimme, mit präzisen Fragen in einer angenehmen Gesprächsrunde, immer interessant und auch witzig. Verena Steiger und Barbara Wälchli Keller hielten problemlos mit. Sie antworteten auch dort, wo es durchaus «persönlich» wurde. Steiger schilderte etwa ihre karge Jugend als Bergbauerntochter, ihr aber viel Schönes und Positives gebracht habe. Oder Wälchli gestand ein, dass sie zwar kochen könne, aber «knapp an den Büchsen» vorbei. Beide haben handwerkliche Berufe gelernt, lernen müssen, die eine Floristin, die andere Schneiderin. Und beide haben ihren Weg zu kreativen Berufen und Berufungen finden und selber erkämpfen müssen. Verena Steiger hat sich ganz den Masken gewidmet, Wälchli der Textilkunst. Beide haben es da zu absoluter Exklusivität geschafft. Verena Steiger sieht in der Herstellung der traditionellen Masken sogar etwas Meditatives, ein Ritual. Oder zeigt sich fasziniert, wie Masken den Träger verändern. Barbara Wächli bedauerte, dass man immer wieder die Textilkunst verteidigen muss, dass das nicht blosse Handarbeit sei, sondern kreative Kunst. Darüber hinaus sind beide in weiteren Feldern aktiv. Steiger stellt Theatermasken her, gibt Kurse an einer Sozialpädagogischen Schule in Aarau und widmet sich privat immer wieder der Bildhauerei. Und Wälchli hat in Burma ein Ausbildungszentrum für Textilien mit Erfolg aufgebaut.


Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

01.07.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/U488JS