Die Pianistin Rahel Senn wird am morgigen Konzert in Zürich in erster Linie klassische Werke spielen, aber auch ihren neuen Stil, die Popklassik, durchblicken lassen. Bild zvg
Die Pianistin Rahel Senn wird am morgigen Konzert in Zürich in erster Linie klassische Werke spielen, aber auch ihren neuen Stil, die Popklassik, durchblicken lassen. Bild zvg

Musik

Die Pianistin Rahel Senn wagt sich an die Popklassik

In Reichenburg aufgewachsen, ist sie heute auf der ganzen Welt zu Hause. Nun zieht Rahel Senn als Konzertpianistin ein neues Register und widmet sich der Popklassik. Ein Müsterchen gibts morgen in Zürich.

Der Name Rahel Senn darf schon fast als Synonym für Vielseitigkeit gelten. In Reichenburg aufgewachsen, hat sich die Tochter eines Schweizers und einer Singapurerin schon früh auf allen möglichen Bühnen bewegt. Dies begann mit einem Musical als Maturaarbeit, führte nach dem Abschluss des Klavierstudiums an der Hochschule für Musik in Luzern zu einer ausgedehnten Konzert- und Lehrtätigkeit und beinhaltete auch die Veröffentlichung eines Buches.


Experiment Popklassik à la Clayderman


Seit einigen Jahren hat Rahel Senn ihren Lebensmittelpunkt in Singapur, sie ist aber auch weiterhin rund um den Zürichsee heimisch. Zurzeit steht aber auch Deutschland im Fokus. Denn die inzwischen 32-Jährige, die als einzige Schweizerin den Titel «Young Steinway Artist» tragen darf, wagt sich musikalisch auf neues Terrain. Dafür hat sie Sony Music Germany unter Vertrag genommen, die offenbar Grosses mit ihr vorhat – und zwar in der Sparte Popklassik.


«Ja, es ist ein Experiment, ich habe schliesslich schon immer gerne auch Kitschiges gespielt», lacht Rahel Senn. Tatsächlich möchte Sony an den Stil des berühmten französischen Popklassik- Pianisten Richard Clayderman in den 1980er-Jahren anknüpfen, dessen «Ballade pour Adeline» bis heute ein Ohrwurm geblieben ist. Aber auch die weniger bekannten, aber ebenso hoch dekorierten Yiruma aus Südkorea und Ludovico Einaudi aus Italien werden als Inspiration für Rahel Senn genannt. Jedenfalls soll es eine herzerwärmende, positive, aufgestellte Musik sein.


Noch braucht es aber etwas Geduld, bis dieses Projekt spruchreif beziehungsweise reif für die Öffentlichkeit ist. Eine Art Vorzeige-Single, «Jeux Interdits», sei jedoch bereits aufgenommen worden, erzählt Senn, dazu auch ein Video. Nächsten Frühling dürfte dann der offizielle Release über die Bühne gehen, unter Einbezug der grossen Medien wie das Fernsehen. Denn Rahel Senn ist sich durchaus bewusst, dass ihr exotisches, ansprechendes Aussehen sehr wohl Teil des Konzepts als Popclassic-Artist sein wird. Eine Minderung ihres Renommees als ernsthafte Künstlerin sieht sie darin nicht.«Die klassische Musik wird ohnehin immer mein Fundament bleiben», versichert sie.


Klassisches Konzert mit Überraschungen


Dies wird auch morgen Dienstag, 23. Oktober, um 19.30 Uhr in der Helferei in Zürich der Fall sein, wenn Rahel Senn zum Konzert lädt. Werke von Claude Debussy und Johannes Brahms stehen in erster Linie auf dem Programm. Doch es werden auch einige ihrer eigenwilligen Eigenkompositionen zu hören sein, verspricht sie. Und als Zugabe liegt vielleicht exklusiv ein Müsterchen der neuen Rahel Senn, der Popklassik-Pianistin, drin, wie sie durchblicken lässt. Das neue Video werde sie aber in jedem Fall zeigen.


Langweilig und steif – soviel lässt sich aus der Erfahrung früherer Konzerte versprechen – wird es morgen ganz sicher nicht werden

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/re7RGb