Die Pianistin Rahel Senn ist in Reichenburg aufgewachsen, lebt zurzeit in Singapur und kommt für ein Konzert zurück in die Schweiz. (Bild: zvg)
Die Pianistin Rahel Senn ist in Reichenburg aufgewachsen, lebt zurzeit in Singapur und kommt für ein Konzert zurück in die Schweiz. (Bild: zvg)

Musik

Weltbürgerin gibt Gastspiel

Sie stammt aus Reichenburg, ist aber eine echte Weltbürgerin. Nun kehrt die 26-jährige Rahel Senn für einige Wochen aus Singapur zurück in die Schweiz und gibt in Zürich ein vielbeachtetes Konzert.

Ein Konzertsaal in Singapur. Die junge Frau springt von der Bühne und streckt die Hand entgegen. «Hoi, ich bi d’Rahel, chumme us Riicheburg!» Der Besucher zeigt sich überrascht, trägt die attraktive Konzertpianistin doch unverkennbar asiatische Züge. Doch Rahel Senn ist vor allem schweizerisch. Ihre ersten Lebensjahre hat sie in Reichenburg verbracht. Ihre Mutter jedoch stammt aus Singapur. In der Schweiz werde sie als Asiatin wahrgenommen, in Singapur als Europäerin, schmunzelt sie.

Sieben Sprachen und die Musik

Tatsächlich ist ihre Herkunft Fluch und Segen zugleich. Die Hänseleien in der Schule sind jedoch längst vergessen, inzwischen überwiegt ganz klar das Positive. So spricht sie nicht weniger als sieben Sprachen, darunter Chinesisch und einen malaysischen Dialekt. Nach der Kantonsschule in Zürich und dem Abschluss des Klavierstudiums an der Hochschule für Musik in Luzern zog es die vielseitig begabte Künstlerin vor gut einem Jahr nach Singapur. Dort baute die 26-Jährige an der Raffles Institution ein interdisziplinäres Programm, ein «Musical Department» auf. Wie kommt sie an solch einen Job? Das ist eine lange Geschichte in einem jungen Leben.

Schon früh Talent bewiesen

Rahel Senn ist in Asien tatsächlich bereits so etwas wie ein «Star». Interviews in Fernsehsendungen und Magazinen, Fotosessions inklusive, waren in den letzten Monaten an der Tagesordnung. Aber gilt «die Prophetin im eigenen Land», der Schweiz, nichts? Doch, auch hierzulande wurde die Kunstwelt sehr früh auf dieses aussergewöhnliche Talent aufmerksam. Oder andersrum: Rahel Senn machte auf sich aufmerksam. Gerademal 17 Jahre alt war sie, als sie das Musical «Totaler Wahnsinn» als Maturaarbeit schrieb, ohne jemals zuvor komponiert zu haben. Das Erstlingswerk ging gar auf eine Tournee mit Dutzenden von Aufführungen. Mit 19 Jahren folgte mit «Sanskaja» das zweite Musical, das an sechs Vorstellungen ausverkauft war. Dass Rahel Senn dabei nicht nur komponierte, sondern auch die Produktion, das Casting und selbst die Regie übernahm, überrascht bei ihrer Vielseitigkeit und Unerschrockenheit nicht mehr wirklich. Auch in Singapur hat sie selbstredend ein Musical geschaffen. Vor allem aber widmet sie sich neben dem Job ihrer ganz eigenen Art von Kompositionen. Zwar durch ihr Studium von klassischer Musik geprägt, lässt sie sich jedoch gerne von verschiedensten anderen, modernen Musikrichtungen beeinflussen. So kann man ihren Stil als eine Art «Pop-Klassik» bezeichnen. Wichtig ist ihr einfach, dass ihre Emotionen, ihr Herz, ihre Seele sozusagen eins zu eins einfliessen können.

Nur ein Konzert in der Schweiz

Nun kehrte Rahel Senn für einige Wochen zurück in ihre Heimat. Nächsten Sonntag, 14.Oktober, gibt sie im Volkshaus Zürich unter dem Titel «Retour à l’Art Brut» ihr einziges Konzert in der Schweiz. Angekündigt wird sie als «Young Steinway Artist», einem Ehrentitel, den gerademal etwa 50 Talente weltweit führen dürfen. So amtet sie als Botschafterin der traditionsreichen Firma. Das Konzert findet zudem in Zusammenarbeit mit der Autorenzeitschrift «Schweizer Monat» statt, die eben ihre 1000. Ausgabe feiern durfte. In dieser Publikation tritt Senn monatlich als Kolumnistin in Erscheinung, wobei sie dabei – wen erstaunt’s bei dieser Biografie – ebenfalls ein ungewöhnliches Talent an den Tag legt. Nach ihrer Konzertvisite in der Schweiz führt sie ihre Tournee nach Deutschland und Indien auch nach Hanoi oder Qatar. Und natürlich zurück nach Singapur, wo sie vor einer Schweizer Delegation mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann spielen wird. Eine besondere Ehre? Eigentlich nicht mehr. Bereits vor einigen Monaten gestaltete Rahel Senn den Empfang von Bundesrat Alain Berset in Singapur. Der, selber Pianist, liess sich gar auf ein Duett ein.

Die Grenzen ausloten

Grenzen scheint es für Rahel Senn also auch in der Zukunft keine zu geben – weder geografische noch künstlerische. Im nächsten Jahr wird sie sich jedenfalls ganz auf ihre Tournee konzentrieren. Dennoch wird di

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.10.2012

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schwyzkultur.ch/YGL29L