Im Wortwechsel diskutierten Martina Clavadetscher (von links), Walter Sigi Arnold, Ursula Hildebrand rund Volker Hesse über Theater in der Innerschweiz. Bild Silvia Camenzind
Im Wortwechsel diskutierten Martina Clavadetscher (von links), Walter Sigi Arnold, Ursula Hildebrand rund Volker Hesse über Theater in der Innerschweiz. Bild Silvia Camenzind

Literatur

Hesse sucht letztlich immer den Theaterrausch

An den siebten Rigi-Literaturtagen stand das Theater im Mittelpunkt. Die Zentralschweizer Bühnenlandschaften boten Gesprächsstoff.

Bereits der Auftakt am Freitag war dem Theater gewidmet. Regisseurin Annette Windlin und Autor Paul Steinmann sprachen von ihren Erfahrungen beim Morgarten-Festspiel. Es gab aber auch Lesungen. Die vier Preisträger der Zentralschweizer Literaturförderung lasen am Samstagnachmittag aus ihren Werken. Susanne Zurmühle von der Interessengemeinschaft Rigi-Literaturtage zeigte sich begeistert, wie intuitiv Markus Flückiger am Schwyzerörgeli die Stimmung der Beiträge aufnahm und musikalisch interpretierte. Publikumsmagnet war am Samstagabend Alex Capus. Der Autor las aus seinem neuen Roman «Das Leben ist gut».

Diskussion ums Theater

Gestern stand der Wortwechsel auf dem Programm. Die Diskussionsrunde bestritten in diesem Jahr Kenner der Theaterszene. Die Runde moderierte Bernd Isele, Herausgeber des Buches «Bühnenlandschaften. Theater in der Zentralschweiz». Das rund 70-köpfige Publikum wurde in der zweistündigen Diskussion gut unterhalten. In der Runde sass Martina Clavadetscher. Die Autorin sieht Brunnen als ihre Basis, auch wenn es sie immer wieder wegtreibt. Das Leben im Dorf bezeichnet sie als Hassliebe: «Man kennt alle, das ist schön, aber auch die Hölle.» Regisseur Volker Hesse, der seit der Regie beim Welttheater im Jahre 2000 mit der Zentralschweiz verbunden ist, gab einen Einblick in seine enge Zusammenarbeit mit Autor Thomas Hürlimann und in die Proben mit den Einsiedler Laien. Hesse ortet in der Innerschweiz das Erbe des Katholischen, lobte die Vitalität der Laien und sprach gelassen von der seiner Ansicht nach «aggressiven Ignoranz der Reaktionen » auf das Spektakel zur Gotthardtunneleröffnung. Er sagte: «Macht man so etwas Breites, dann kommen auch breite Reaktionen.» Im Gotthardspektakel ging es auch um die Sagenwelt. Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold weiss, warum Sagen die Menschen heute noch berühren: «Es sind gute Gedanken in guten Geschichten.» Was macht gutesTheater aus? Für die freiberufliche Schauspielerin Ursula Hildebrand gibt es ein Kriterium: «Berührt das Theater und erreicht es sein Publikum? » Und Hesse meinte: «Ich suche letztlich immer nach dem Theaterrausch. »

Bote der Urschweiz (

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

05.09.2016

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schwyzkultur.ch/CuaB5P