Diemut Poppen ist die künstlerische Leiterin der Rigi-Musiktage. Bild: pd
Diemut Poppen ist die künstlerische Leiterin der Rigi-Musiktage. Bild: pd

Musik

Rigi-Musiktage: Johann Sebastian Bach auf dem Berg

Die Rigi-Musiktage finden zum vierten Mal vom 14. bis 16. Juli in Rigi Kaltbad und auf Rigi Kulm statt. Und sie kombinieren Bach mit musikalischer und Natur-Romantik.

Die Rigi-Musiktage ragen aus der Reihe kleiner, feiner Festivals mit klassischer Kammermusik allein schon durch ihre Höhe auf 1798 Metern über Meer heraus. Im Hotel Kulm, wo anschliessend auch diniert werden kann, und in den Kapellen von Rigi Kulm und Kaltbad treten aber auch international bekannte Musiker auf.

Versammelt werden sie von der künstlerischen Leiterin Dietmut Poppen: Als Bratschistin im Lucerne Festival Orchestra lernte sie die Rigi lieben, und sie wählte sie als zweiten Wohnsitz. Jetzt tritt sie mit den Geigerinnen Natalia Prischepenko und Maria-Elisabeth Lott sowie dem Cellisten Sebastian Klinger auf.

Bach als roter Faden

Dieses Jahr rücken die vier Konzerte «Romantik», «Barock» und «italienische Nostalgie» ins Zentrum. Aber der rote Faden, der sich durch alle Rigi-Musiktage zieht, bleibt die Musik von Johann Sebastian Bach. «Sie drückt für mich göttliche Harmonie und friedliche Ruhe aus, die man auf dem Berg spüren kann. Hier kann Musik noch aus der Stille entstehen. Bachs Musik passt deshalb fabelhaft in die Bergkapellen der Rigi», meint Poppen und empfiehlt zur Sonntags-Matinee «Bach auf dem Gipfel» eine Wanderung zu den «Goldberg-Variationen» in der Felsenkapelle Kaltbad.

Aber anders als Wandertouren beginnen die Musiktage umgekehrt auf dem Gipfel. Im Eröffnungskonzert bietet der historische Festsaal des Rigi-Kulm-Hotels den passenden Rahmen für einen «Romantischen Abend». Romantik steuert bei schönem Wetter nicht nur das Naturschauspiel des Sonnenuntergangs bei. Den Überschwang und die Virtuosität der musikalischen Romantik prägt auch das Programm. Werke von Eugene Ysaye, Niccolo Paganini, Antonín Dvorák, Ernst von Dohnányi und Sergei Rachmaninow steigern sich vom Violin-Solo zum schwelgerischen Streichquartett-Klang (Freitag, 14. Juli, 19 Uhr).

Samstag als Kontrapunkt

Den Kontrapunkt von grandioser Naturkulisse und intimem Spielort treibt der Samstag auf die Spitze: In der Bergkapelle Kulm erklingen drei der berühmten Solosuiten und Sonaten von Bach für Violoncello. Eine Passacaglia von Johan Halvorsen fächert nach Händel – den Klang zu Viola und Violine auf (Samstag, 15. Juli, 11 Uhr, Bergkapelle Rigi Kulm). Am Nachmittag, nach der Wanderung hinunter zur Bergkapelle Rigi Kaltbad, vereinen sich alle drei in einem der Gipfelwerke von Bach: die Goldberg-Variationen in der Fassung für Streichtrio (Samstag, 15. Juli, 17.45 Uhr, Felsenkapelle Rigi Kaltbad). Das Prinzip der Klangsteigerung weitet sich im italienisch inspirierten Schlusskonzert ins Orchestrale. Neben Duos von Boccherini und Rossini darf hier geschwelgt werden in Puccinis «Crisantemi» und Tschaikowskys heiterem Streichsextett «Souvenir de Florence» (Sonntag, 16. Juli, 16 Uhr, reformierte Bergkirche in Rigi Kaltbad).



Von Freitag, 14. Juli, bis Sonntag, 16. Juli: Hotel und Bergkapelle Rigi Kulm, Felsenkapelle und Reformierte Bergkirche Rigi Kaltbad, www.rigi-musiktage.ch.

Bote der Urschweiz (Urs Mattenberger)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.07.2017

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schwyzkultur.ch/G5q9Ff