Iwan Meier, Organisator der Örgeliwoche. Hier mit den Mosibuebä.
Iwan Meier, Organisator der Örgeliwoche. Hier mit den Mosibuebä.

Musik

War dies die letzte Örgeliwoche?

Die seit 14 Jahren auf Rigi Scheidegg stattfindende Örgeliwoche ist in Gefahr. Organisator Iwan Meier muss sich nach einer neuen Durchführungsstätte umsehen. Derzeit besuchen 17 Schwyzerörgeli oder Bassgeige spielende Personen den Anlass.

Seit 14 Jahren organisiert der in Bennau wohnhafte ehemalige Wädenswiler Iwan Meier die Örgeliwoche auf der Rigi Scheidegg. Diese Woche besuchen 17 Personen im Alter von 11 bis 67 Jahren diesen Anlass. Der «Bote» besuchte den Anlass und erlebte eine fröhliche Atmosphäre, in der junge und alte Ländlermusikanhänger in stimmungsvoller Umgebung im Gasthaus Rigi-Scheidegg ihrem musikalischen Hobby frönen, wobei sie konzentriert unter der Obhut von Musiklehrer Meier am Örgeli- oder Bassgeigenspiel feilen und zusammen üben. Meier hat vor 20 Jahren damit angefangen, Örgelikurse durchzuführen, damals noch im Bündnerland. Er erzählte dem «Boten», dass für ihn von Anfang an feststand, dass er etwas zur Förderung der Ländlermusik tun wollte. Am ehesten sah er dies im Unterricht. «Wenn du das Feuer für die Musik ausstrahlst, dann können die Schüler dies übernehmen», so der engagierte Ländlermusiker. Meier findet vieles, was heute in der Förderung der Ländlermusik läuft, zu elitär. Er will den Jungen und Alten eine «Gebrauchsmusik» beibringen, die diese ihren Kollegen und Bekannten vorspielen können, damit weitere Kontakte zur Ländlermusik entstehen. Eine Musik zum Anfassen nennt Meier dies. In seinen Örgeliwochen will Meier dieses Schlüsselerlebnis vermitteln, was ihm meistens gelingt, erklärt er. In der Wirtsstube des Gasthauses Rigi- Scheidegg spielen die Frauen, Männer, Buben und Mädchen in wild zusammengestellten Formationen ihre «Tänzli», wobei ihnen Meier genau zuhört und wenn nötig während des Spielens unterstützend Tipps zuruft. Das Ziel sei, auswendig zu spielen. Meier lässt die Schüler jedoch lieber etwas länger ab Noten spielen. So, erklärt er, könne er besser eingreifen und korrigieren. Wenn die Schüler auswendig spielen, entstehe eine Automatisierung, was es dem Lehrer erschwere, Korrekturen anzubringen.

Alles für die Ländlermusik

Die Teilnehmer der Örgeliwoche Rigi-Scheidegg sind ausschliesslich Schüler aus seiner eigenen Musikschule. «Es bringt den Schülern nichts, wenn sie einen Kurs bei einem anderen Lehrer besuchen, welcher eine andere ‹Sprache› spricht, und danach wieder zu mir in den Unterricht zurückkehren», findet der Single, der sein ganzes Leben der Musik opfert. Deshalb komme das Privatleben zu kurz, wie er selber sagt. Meier bedauert, dass dies nun der letzte Kurs im Gasthaus Rigi-Scheidegg sein werde, da das Gasthaus umgebaut und danach nur noch als Restaurant geführt werde. Wo, wenn überhaupt, die Örgeliwoche weitergeführt wird, weiss Meier noch nicht.

Der Organisator

Iwan Meier besuchte das Gymnasium in Zürich, wo er die Matura ablegte. Als 19-Jähriger bekam er von seinen Grosseltern ein Schwyzerörgeli geschenkt. Bis dahin hatte er noch wenig Ahnung von der Ländlermusik. Die einzige Berührung mit dieser Musik hatte Meier durch seinen Grossonkel Tury Meier, genannt «Gas-Tury», welcher als Bassist in der Ländlerszene kein Unbekannter war. «Wenn ich jeweils mit meinem Vater die Auftritte des Grossonkels besucht habe, hat es mir beim Anhören der Musik, die dieser zusammen mit den Akkordeonisten gespielt hat, die Nackenhaare aufgestellt», bekennt der heute 41-Jährige. Als er dann knapp 20-jährig das Schwyzerörgeli geschenkt bekam, hatte er genug von der Schule und vom Kunststudium und widmete sich von da an mit grossem Zeitaufwand dem Erlernen des Schwyzerörgelispielens. Zwei Jahre später bekam der junge Musiker eine Anfrage der Musikschule Schindellegi-Feusisberg, ob er nicht als Musiklehrer für Schwyzerörgeli bei ihnen tätig sein möchte. Seither – inzwischen sind es 19 Jahre – unterrichtet Meier hauptberuflich Schwyzerörgeli und Bassgeige.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.07.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/4MgJqC