Der Tessiner Stararchitekt Mario Botta freut sich auf die Eröffnung und ist zufrieden mit den Bauarbeiten.
Der Tessiner Stararchitekt Mario Botta freut sich auf die Eröffnung und ist zufrieden mit den Bauarbeiten.
Prächtige Aussicht: Der neue Dorfplatz auf Rigi Kaltbad lädt schon bald zum Verweilen – je nach Wetterlage mit Nebelmeer über dem Vierwaldstättersee. Bilder Christian Ballat
Prächtige Aussicht: Der neue Dorfplatz auf Rigi Kaltbad lädt schon bald zum Verweilen – je nach Wetterlage mit Nebelmeer über dem Vierwaldstättersee. Bilder Christian Ballat

Dies & Das

Mario Botta führte durch «sein» Bad

Am Samstag besichtigten über 400 Personen die «offene Baustelle», gestern führte Architekt Mario Botta Medien und Behörden durch das Mineralbad und Spa und über den Dorfplatz Rigi Kaltbad. Der Rohbau ist damit abgeschlossen.

Auf 1450 Metern über Meer, rund 1000 Meter hoch über dem Vierwaldstättersee, entsteht zurzeit praktisch ein neues Dorf. Der Treppen- und Liftturm mit Zugängen auf allen Ebenen ist fertig erstellt, der Dorfplatz und das Mineralbad und Spa können den Abschluss des Rohbaus vermelden. Dazu sind auch die Arbeiten in der ehemaligen «Hostellerie » weit fortgeschritten, das Haus wird künftig unter dem Namen «Hotel Rigi Kaltbad» geführt.

Mario Bottas Handschrift sichtbar

Im September 2009 fand der Spatenstich auf Rigi Kaltbad statt. Seither ist, sofern Wetter und Umfeld es zugelassen haben, auf Hochtouren gearbeitet worden. Bauen auf dieser Höhe war neben der komplexen Bauweise eine der grossen Herausforderungen für die Unternehmer und Planer. Die Logistik war das zweite grosse Thema, denn das ganze Material musste mit der Zahnradbahn hinauftransportiert werden. So wie sich der Rohbau heute präsentiert, ist bereits die Handschrift des Architekten klar sichtbar. Mario Botta war am gestrigen Medien- und Behördentag persönlich anwesend und erklärte, worauf er bei der Planung besonders geachtet hatte.

Mineraliengarten für Rigi Kaltbad

Die unberührte Naturlandschaft von aussergewöhnlicher Schönheit hat es dem 1943 in Mendrisio geborenen Architekten besonders angetan. «Vom Berg, welcher den Vierwaldstättersee dominiert, geniesst man den durch die Spitzen der Zentralalpen dominierten Horizont.» Dieses ursprüngliche Ambiente habe sich in die Idee des neuen Projektes einzufügen, war für Mario Botta von Beginn an klar. Dieses Projekt solle sich in enger Beziehung mit dem natürlichen Kontext als auch mit der kleinen, städtebaulichen Realität von Rigi Kaltbad verbinden. Und so gliedert sich der bebauteTeil künftig in zwei Teile, die stark miteinander verbunden sind – einerseits die neuen Bäder, andererseits der Dorfplatz, der den zweigeschossigen Badkomplex überdacht und eine direkte Verbindung zur Luftseilbahnstation beinhaltet.

Licht vom Dorfplatz fürs Bad

Der neue Dorfplatz kommt so genau zwischen die beiden Bahnstationen (Zahnrad- und Luftseilbahn) zu liegen und ist mit einem modularen Mosaik aus Steinen belegt. Er zeigt sich als Mineraliengarten, aus welchem gläserne, den Bergkristall symbolisierendeVolumen herausragen, die während des Tages zum optisch markanten Akzent viel Tageslicht in die darunterliegenden Räume des Bades bringen. Bei Dunkelheit beginnen eben diese Kristalle vom Licht aus den darunterliegenden Räumen zu leuchten und schaffen dadurch in der Nacht ein spezielles Ambiente für den Dorfplatz. Der Dorfplatz soll – gerade in der wärmeren Jahreszeit – ein Begegnungszentrum mitten im wachsenden Dorf darstellen. Das Mineralbad und Spa profitiert nicht nur vom Licht, das von oben kommt. Gegen Süden hin, also Richtung Vierwaldstättersee, lassen grosse Verglasungen viel Licht in die Bäderlandschaft fliessen. Auch die vorgesehene Zweiteilung des Bades war für den Architekten und die Betreiber ein wichtiges Kriterium. Während der Bereich im oberen Geschoss allen Besucherinnen und Besuchern offenstehen wird, sind im unteren Geschoss mit Aufguss-Sauna und Spa, Ruhe- und Einzelbehandlungsräumen nur Erwachsene willkommen. «Wer hier die Ruhe geniessen oder meditieren will, erhält dazu die Möglichkeit», sagte Mario Botta gestern.

Wenig Materialien eingesetzt

Die ganze Aussenlandschaft wird mit zwei Materialien gestaltet. Die Wiese dient als Fortführung des natürlichen Terrains, der Granit für die Mauern und das transparente Glas für die Öffnungen, die man auch als Lichtschächte bezeichnen könnte. Im Innern wird für den Boden, die Schwimmbecken und feste Wände Stein verwendet, Glas und Gipskarton für leichte Trennwände und Holz für die abgehängten Decken. Stahlbeton und Stahl bilden die tragende Struktur und die Säulen. Mario Botta freut sich auf die Eröffnung am 2. Juli 2012 und zollte gestern den Handwerkern grosse Anerkennung. «Sie haben meine Ideen und Pläne wunderbar umgesetzt.» Ob er dann selber hier einmal baden werde, wollte d

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

29.11.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/5ad6Bf