Facettenreiche Faszination: Insbesondere der Rigi-Boom und die verschiedenen Welten, die auf der Rigi bisher aufeinandertrafen, faszinieren Adi Kälin, wie er an der Vernissage sagte. Bild Nadja Tratschin
Facettenreiche Faszination: Insbesondere der Rigi-Boom und die verschiedenen Welten, die auf der Rigi bisher aufeinandertrafen, faszinieren Adi Kälin, wie er an der Vernissage sagte. Bild Nadja Tratschin

Literatur

«Rigi. Mehr als ein Berg»

140 Gäste interessierten sich an derVernissage für den Bildband «Rigi. Mehr als ein Berg». Adi Kälin spannte einen breiten Bogen vom Rigi als Wallfahrtsort, Modeberg, Berg der Älpler, Tourismus-Mekka bis zum aktuell entstehenden Sport-, Freizeit- und Wellnessgipfel.

Einige Gäste erstiegen die Rigi, andere fuhren von Vitznau oder Arth-Goldau her bis zur Station Rigi Staffel. Kälin selbst nahm die Rigi für die letzte Wegetappe bis zur Station Staffel zu Fuss in Angriff. Noch ein Hemdwechsel und eine kurze Verschnaufpause – und schon ging es los mit Büchersignieren. Viele der Gäste kauften sich schon vor der Lesung ein Exemplar vom Bildband «Rigi. Mehr als ein Berg». Überall sah man Gäste, die nebst der frischen Rigiluft neugierig ins Buch hinein schnupperten, da und dort zu lesen anfingen und die eindrücklichen Bildreportagen vom Fotografen Gaëtan Bally bestaunten. Dieser fing fürs Buch auch Bilder vom Walliser Sascha Imboden ein, der im Sommer 2011 als Käser auf der Alp Trieb oberhalb des Klösterlis wirkte. Oder Bilder von Martin Horath, der seit 1987 als Mechaniker für die Rigi Bahnen tätig ist, aber auch von der Hotelfamilie Käppeli, die das Hotel Rigi-Kulm seit 1949 in zweiter Generation führt.

Von der Rigi in den Bann gezogen

Die Vielfalt der Gäste war nahezu so hoch wie die Vielfalt der Menschen, die die Rigi bis dato in ihren Bann gezogen hatte. «Ich bin nicht nur einer seiner grössten Fans. Ich habe zusammen mit Adi Kälin studiert. Noch heute treffen wir uns regelmässig in einer Literaturgruppe und lesen und analysieren zusammen ein Buch», sagte Filmkritiker Alex Oberholzer. Susi Gut, Sportmasseurin, Fussreflexzonentherapeutin und Gymnastiklehrerin meinte zu ihrem Beweggrund: «Ich lernte Adi Kälin als fairen und sachlichen Journalisten zu einer Zeit in Zürich kennen, als ich selber noch aktiv in der Politik mitwirkte.» Zudem sei sie eine begeisterte Rigi-Bergsteigerin, die immer wieder auf die Rigi komme. Die Rigi birgt fast so viele Geschichten, wie sie Felsbänder oder eben «Rigenen» hat.

«Schneerose» – Rosa Dahinden

Autor Adi Kälin hat mit dem Buch «Rigi. Mehr als ein Berg» ein Werk geschaffen, dass nicht nur hervorragend recherchierte Fakten über die Geschichte der Rigi vorweist, sondern auch bisher unbekannte, amüsante, aber auch tragische und ganz persönliche Schicksale von Menschen erzählt, die mit der Rigi verbunden waren. Ein Beispiel dafür ist die «Schneerose» – Rosa Dahinden, die später den Titel «Weiblicher Columbus der Rigi» erhielt. Dank ihr fuhren die Bahnen ab 1906 regelmässig auch im Winter auf die Rigi, und Rigi Kaltbad entwickelte sich zum Wintersportort. Und dank Rosas Sohn,Alois Dahinden, erhielt die Rigi – die Königin der Berge – auch noch einen «Rigikönig ». Diesen Titel bekam er, weil auf der Rigi in der Zeit von 1920 bis 1967 fast nichts mehr geschah, ohne dass er seine Finger mit im Spiel hatte. So führte er während 47 Jahren das Hotel Bellevue auf Rigi Kaltbad und zählte zu den Gründern des ersten Skiclubs auf der Rigi. An der Vernissage las er aus den Kapiteln «Bläsi Schreiber lässt sich nichts sagen» und «Hexenverbrennung auf dem Kulm» vor.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

29.05.2012

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schwyzkultur.ch/trffdi