Brauchtum / Feste

Sandro Betschart nüsslete am schönsten

Am Preisnüsslen feierte die Fasnachtsrott Ibach bereits ein zweites Mal. 105 Maschgraden nüssleten im Mythen Center und in der Baumschule Kündig.

Das 80-Jahr-Jubiläums-OK der Fasnachtsrott Ibach traute seinen Augen nicht, als allein aus Schwyz über 80 Maschgraden zur Nummernausgabe ins Rubiswil kamen. «Wir hatten alle Tränen in den Augen», sagte OK-Präsident Florian Grossmann. Verständlich. Das zwischen Schwyz und Ibach alternierende Preisnüsslen hat nach einer bedrohlichen Talsohle vor der Jahrtausendwende wieder Zulauf erhalten und ist vor allem bei den jungen Maschgraden im Trend. 2023 nahmen 55 Maschgraden teil, 2024 in Ibach 42 und letztes Jahr wieder in Schwyz 65. Am Samstag nüssleten im Oktogon im Mythen Center und dann an zwei Runden erstmals in der Baumschule Kündig in Ibach sage und schreibe 105 Maschgraden um den Muotaböllä (Ibächler Wanderpreis für den Nüsslerkönig oder die Nüsslerkönigin). Eine unfassbare Rekordteilnehmerzahl und vor allem aus Schwyz eine gewaltige Wertschätzung für das leidenschaftliche Schaffen der Fasnachtsrott Ibach.

 

Originalgwändli dominieren

Und wie schon beim Gruppennüsslen anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums der Fasnachtsrott vor fünf Jahren stand das Narrentreiben bei vielen Maschgraden über dem perfekten Nüsslen nach altem Brauch und Stil. Eine Schwyzer Gruppe erschien als nüsslende Kerzen, die während des Vortrags noch fliegende Wechsel vornahmen und so auch das Kampfgericht etwas verwirrten. Eine Ibächler Gruppe trat als «Güselzischtiger» auf sowie das «S’Grosli us Ibach» und «Rocco Stöckli» (mit Comeback und Publikumslieblingspreis) als zwei wunderbare Einzelmasken. Eine illustre Gruppe kam mit Grillwagen und beschenkte das Publikum mit Chipolata-Würsten. Auch wenn Dario Thalmann als Bajazzobueb als Letzter auf der Rangliste fungierte, so waren es doch die Originalgwändli, welche die Spitze dominierten. Mit Ausnahme eines Viehhändlers (Anic Trovatori) und zwei Grossgrinden mit den Spitzennüsslern Reto Niederberger und Martin Langenegger unter den Masken traten die ersten 20 Maschgraden nach altem Vorbild auf.

 

Überglücklicher Sieger

Mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Zehntel siegte der gebürtige Lauerzer Sandro Betschart als gelber Blätz. Aus einer engagierten Fasnachtsfamilie stammend und selbst einst Präsident der Güdelmontag-Rott Schwyz, ist dem leidenschaftlichen Maschgrad der Sieg von Herzen zu gönnen. «Ich habe schon gemerkt, dass es gut läuft. Aber mit einem Sieg rechnete ich nicht», sagte Sandro Betschart überglücklich. Aber auch der zweitplatzierten Sandra von Rickenbach hätte man den hauchdünn verpassten Sieg gegönnt, wäre so der Muotaböllä doch zum Jubiläum in Ibach geblieben. Auf das Spitzenduo folgten Alexander Grab, Lukas Nauer und René Schuler, allesamt Nüsslerkönige der letzten Jahre.

 

Rangliste

  1. Sandro Betschart (Blätz)
    2. Sandra von Rickenbach (Hudi)
    3. Alexander Grab (Blätz)
    4. Lukas Nauer (Blätz)
    5. René Schuler (Blätz)
    6. Anic Trovatori (Viehhändler)
    7. Gabriel Auf der Maur (Alter Herr)
    8. Hugo Steiner (Blätz)
    9. Yannik Siegenthaler (Hudi)
    10. Vanessa Auf der Maur (Domino)

Bote der Urschweiz / Roger Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

02.02.2026

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