Die Sattler Jugend tat ihre eigene Meinung zur Hysterie um das Weltklima kund. Bilder: Christoph Jud
Die Sattler Jugend tat ihre eigene Meinung zur Hysterie um das Weltklima kund. Bilder: Christoph Jud

Volkskultur

Bunt, laut, spöttisch – einfach schön

Der neunte Sattler Nachtumzug war ein Erfolg. Rund 5000 Besucher erfreuten sich an 23 Nummern.

Seit 30 Jahren findet im Fünfjahresrhythmus der Nachtumzug in Sattel statt. Letzten Samstagabend war es die neunte Aufführung des überregional bekannten Anlasses. Tausende Fasnachtsfans aus nah und fern kamen nach Sattel angereist. Lange Autokolonnen von allen drei Seiten her zeigten auf, dass in Sattel an diesem Abend etwas Besonderes abgeht. Wettermässig hatten die Besucher dieses Jahr mehr Glück als bei den vorangegangenen Durchführungen, bei denen eisige Kälte, dichter Nebel oder dichtes Schneetreiben zu leicht erschwerten Bedingungen führten. An diesem Umzugs-Samstagabend stimmte diesbezüglich alles: Es war trocken und temperaturmässig für einen solchen Anlass angenehm. Und so konnten die vielen Besucher das bunte Umzugstreiben richtig geniessen. Mit 23 Sujets zu regionalen Themen, so etwa dem geplanten neuen Bahnhofsstandort im Dorf oder der «Abwasserentsorgung» nach Schwyz, sowie zu überregionalen Themen wie dem geplanten Axentunnel wurden zur Freude der Zuschauer auch spöttisch dargestellt. Die Route führte von der Ägeristrasse über die Kreuzstrasse in die Dorfstrasse und endete auf dem Zentrumsplatz. Rund zwei Stunden dauerte das besondere Spektakel.

Feckerkafi zu Beginn und viele bunte Wagen zum Staunen


Eine lustige Truppe von Feckern begrüsste zum Auftakt die Umzugsbesucher. Selbstverständlich hatten die fröhlichen Reisenden auch ein Feckerkafi für alle Zuschauer parat. Die organisierende Fasnachtsgesellschaft Sattel eröffnete den Umzug mit einer Rott mit vielen Maskeraden. Die Sattler Schüler liessen sich an einem langen Skilift hinter einem Wagen herziehen. Die Fasnachtsgesellschaft Alosen kochte in einen riesigen Braukessel zu ihrem 111. Geburtstag ein Feuerwasser. Viele Delegationen aus Nachbargemeinden waren zu Gast am Umzug. Die Tiroler aus Rothenthurm liessen ihre Besen schwingen und die Schellen klingen. In einer aufwendigen Nummer befasste sich das Team Horseshoe zur weltbewegenden Klimadebatte. Mit einem Wagen mit einer mit «Scheiss-Strom» betriebenen WC-Anlage oder auch mit mehreren abgasintensiven Fahrzeugen nahmen sie dieses Reizthema auf die Schippe.

Klimastreik-Gruppe mit Greta Dummberg


Imposant war auch die riesige Tunnelbohrmaschine, mit welcher die Gruppe LegionStube die geplante Tunnelbohrung am Axenfels thematisierte. Auch die lärmigen Klimakinder rund um ihre Ikone Greta Dummberg, wie sie genannt wurde, hatten einen imposanten Auftritt. Immer wieder musikalisch aufgelockert wurde der Umzug von den Guuggenformationen, so auch von der heimischen Lauitobelband.

Bote der Urschweiz / Christoph Jud

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

17.02.2020

Webcode

schwyzkultur.ch/pmyuup