Findet wohl doch noch einen endgültigen Standort: Das Niderösthaus stand bis ins Jahr 2001 im Schwyzer Hinterdorf. 2014 soll es am Morgarten wieder aufgebaut werden.
Findet wohl doch noch einen endgültigen Standort: Das Niderösthaus stand bis ins Jahr 2001 im Schwyzer Hinterdorf. 2014 soll es am Morgarten wieder aufgebaut werden.
An dieser Stätte beim Letziturm am Morgarten soll das Niderösthaus wieder aufgebaut werden: Auf dem Bild die Initianten, welche guten Mutes sind. Bild Christoph Clavadetscher
An dieser Stätte beim Letziturm am Morgarten soll das Niderösthaus wieder aufgebaut werden: Auf dem Bild die Initianten, welche guten Mutes sind. Bild Christoph Clavadetscher

Dies & Das

Letzte Chance für Niderösthaus

Die Katze ist aus dem Sack: Das Niderösthaus soll am Morgarten wieder aufgebaut werden. Das Projekt steht, die Finanzierung hingegen noch nicht. Insgesamt werden eine Million Franken benötigt.

Es sieht aus, als könnte das eingelagerte Niderösthaus doch noch knapp dem Verrottungstod entgehen. Wie die Morgarten-Stiftung gestern bekannt gab, möchte man auf dem historischen Gelände in der Schornen das älteste bekannte Holzgebäude Europas wieder aufbauen. «Das 700-Jahr-Jubiläum der Schlacht am Morgarten bietet dafür den idealen Rahmen », erklärte Edgar Gwerder, Projektleiter Morgarten 2015, an der gestrigen Medienkonferenz.

«Pflicht gegenüber den Ahnen»

Die Anwesenden waren sich einig: Es sei ein Muss, dass die wohl letzte Chance gepackt werde, das einzigartige und wertvolle Kulturgut zu erhalten. So bezeichnete Anna Baumann, als Direktorin des Natur- und Tierparks Goldau Vertreterin des jetzigen Eigentümers, die Morgarten-Stiftung als «Retter in der Not». Sattels Gemeindeschreiber und Vertreter der IG Morgarten sprach von einer Pflicht gegenüber den Ahnen: «Es ist unsere Aufgabe, das Niderösthaus zu erhalten. Das sind wir den vorgängigen Generationen schuldig.» Und Sattels Gemeindepräsident Adolf Lüönd ist nicht nur hellbegeistert, sondern sicherte den Initianten auch die grösstmögliche Unterstützung vonseiten der Gemeinde zu: «Für Sattel wäre es hervorragend, wenn es klappen würde.»

Museum im Innern vorgesehen

In der Tat handelt es sich bei dem Haus nicht um ein beliebiges Holzhaus. Der Kernbau datiert um 1176. Somit sind einzelne Teile über 830 Jahre alt. «Das Haus ist von grosser historischer Bedeutung», führte Markus Bamert, ehemaliger Denkmalpfleger des Kantons Schwyz, aus, «anhand dieses Hauses kann man auch die Lebensweise der damaligen Bevölkerung veranschaulichen.» So will man das Innere herrichten, wie es damals aussah. Das mittelalterliche Schwyzer Haus soll ein Ausstellungsobjekt, ein begehbares Museum sowie eine Touristenattraktion werden. Die Besucher sollen in dieWelt derWende vom Hoch- zum Spätmittelalter eintauchen können. «Deswegen passt es perfekt in das historische Gelände am Morgarten», weiss Gwerder.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

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  • Dies & Das

Publiziert am

26.10.2012

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schwyzkultur.ch/9WEuD6