Schauspieler Beat Marti wird nach einem Unfall mit einer Schubkarre weggefahren. (Bild: SRF/Nikkol Rot)
Schauspieler Beat Marti wird nach einem Unfall mit einer Schubkarre weggefahren. (Bild: SRF/Nikkol Rot)

Film

Sattel ein paar Tage lang Hollywood

Seit einigen Tagen finden auf zwei abgelegenen Bauernhöfen in Sattel die Dreharbeiten für einen Fernsehfilm statt. Das Filmset, in das auch einige Bauern und ihr Vieh involviert sind, verleiht dem Dorf einen Hauch von Hollywood.

«Rache ist süss» lautet der Arbeitstitel des Spielfilms, der seit dem 12. Juli von der Produktionsfirma Langfilm unter der Regie von Tom Gerber in Sattel gedreht wird. Drehorte sind das abgelegene alte Bauernhaus im oberen Morgarten und das Heimetli Jansern des vor einigen Monaten verstorbenen Franzkari Moser. Im alten Bauernhaus im oberen Morgarten, das als Ferienhaus genutzt wird, sind Innenaufnahmen gemacht worden. In der Jansern dreht das Filmteam die Aussenaufnahmen.

Tiere aus Sattel als «Filmstars»

Die romantische Komödie mit Lea Hadorn als alleinerziehende Milchbäuerin und mit Beat Marti, der vom ehrgeizigen Bankmanager zum tüchtigen Bauern mutiert, wird 2012 an einem Sonntagabend auf SF1 zu sehen sein. Im Film werden laut Produzent Olivier Zobrist aber auch einheimische Darsteller zu sehen sein – auch wenn es bloss Tiere sind. So hat Bauer Daniel Moser rund ein Dutzend Kühe für den Filmdreh zur Verfügung gestellt. Eine zumindest statistische Rolle hat auch ein Kalb von Bauer Leo Schuler erhalten. Und schliesslich werden auch Sattler Hühner zu sehen sein. Aber auch mit landwirtschaftlichen Maschinen halfen einheimische Bauern aus. Den nicht mit Filmproduktionen vertrauten Beobachtern bot sich ein ungewohntes Bild, das Sattel einen Hauch von Hollywood verlieh. Rund 30 Leute, Schauspieler, Kameraleute, Beleuchter, Maskenbildnerinnen und andere bildeten das Filmset. Diese Personen fanden Unterkünfte in Biberbrugg, Rothenthurm, Sattel und Schwyz. Lastwagen mit Filmequipment standen herum. Das Team mietete das leer stehende Restaurant Krone als Produktionsbüro, Garderobe und Schminkraum. Eine mobile Kochtruppe ist dafür besorgt, dass das ganze Team jeweils am Drehort verpflegt werden kann.

Wanderweg umgeleitet

Die Dreharbeiten erforderten auch einige Umbauten, die als Kulisse dienten. So wurde laut Zobrist ein ganzer Hühnerstall neu erstellt, ein Garten neu angepflanzt. Im alten Bauernhaus im oberen Morgarten wurde die Küche umgestaltet und das Wohnzimmer als Schlafzimmer eingerichtet. Zudem wird der Wanderweg auf der Jansern bis zum 5. August umgeleitet, damit die Dreharbeiten nicht ständig wegen Wanderern unterbrochen werden müssen. «Wir sind in Sattel sehr gut aufgenommen worden», bilanzierte gestern Produzent Zobrist, der zuvor lange nach geeigneten Bauernhäusern gesucht hatte und unter Mithilfe des Sattler Gemeindeschreibers Pirmin Moser schliesslich in Sattel fündig wurde. Am 5. August werden die Dreharbeiten für den Film im Dorf Sattel beendet. Fertig ist der Film dann aber noch lange nicht. Weitere Szenen – wie beispielsweise Dorfszenen – werden dann nicht mehr in Sattel gedreht. Dafür ist das zürcherische Dorf Andelfingen vorgesehen. «Das passt einfach besser zur Story», sagt Zobrist.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

29.07.2011

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schwyzkultur.ch/Qp7E59