Von der schwankenden Brücke ins turbulente Luzern: Die Fasnachtsgesellschaft Sattel wird mit allen traditionellen Figuren am Fritschi-Umzug vom 3. März in der Leuchtenstadt dabei sein. Bild FG Sattel
Von der schwankenden Brücke ins turbulente Luzern: Die Fasnachtsgesellschaft Sattel wird mit allen traditionellen Figuren am Fritschi-Umzug vom 3. März in der Leuchtenstadt dabei sein. Bild FG Sattel

Volkskultur

Sattler Fasnacht beim Fritschi

Das ist bisher noch keinem Schwyzer Fasnachtsverein gelungen: Die Sattler Fasnacht wird als Gast am grossen Fritschi-Umzug in Luzern dabei sein und kommt damit zu einem TV-Auftritt.

Hinter dieser Einladung nach Luzern steht eine ganz spezielle terminliche Konstellation. An fast allen Orten im Kanton Schwyz werden die Fasnachts-Höhepunkte am Schmutzigen Donnerstag, Güdelmontag und Güdeldienstag zelebriert. Genau gleich wie in Luzern. Das hat zur Folge, dass Schwyzer Gastgruppen an den beiden grossen Luzerner Fasnachtsumzügen von Bruder Fritschi und der Wey-Zunft gar nicht infrage kommen können, weil man selber an der Fasnacht im eigenen Dorf engagiert ist.

Am Schmutzigen Donnerstag «frei»

In Sattel ist dies anders. 1974 hat man seinen Schmutzigen Donnerstag als Haupt-Fasnachtstag mit der Einwilligung des Bezirksrates Schwyz um eine Woche vorverlegt. Damit sind die Sattler Fasnächtler geschickt der übergrossen Konkurrenz in Brunnen (Bartli-Umzug) und Schwyz (Japanesen-Spiele) ausgewichen. Gleichzeitig hat man sich damit Luft verschafft für auswärtige Auftritte am «wirklichen» Schmutzigen Donnerstag. Auf Umwegen hat davon in Luzern der engagierte Fasnächtler Silvio Panizza erfahren. Er hat sich als Vermittler eingesetzt und bei der Fritschi-Zunft Fürsprache gehalten. Dann hat es geklappt: Die mehr als 600-jährige Zunft zu Safran hat die Fasnachtsgesellschaft Sattel offiziell als Gast an den Fritschi-Umzug nach Luzern eingeladen. Präsidentin Anita Betschart dazu: «Wir freuen uns riesig.»

Sattler sind aufgefallen

Eine erste Delegation war auch schon bei der Präsentation der kommenden Fasnachtsanlässe in Luzern dabei. Die Sattler Originalkostüme sind dabei ziemlich aufgefallen, «die anderen Gäste waren alle zivil dabei», amüsierte sich Anita Betschart. Am Fritschi-Umzug wird die Sattler Fasnacht mit einer ganzen Rott und vier Tambouren vertreten sein. Sie hoffe auf 30 oder noch besser 50 Maschgraden, erklärte Betschart. An der kommenden Generalversammlung wird man die Anmeldungen entgegennehmen. Die Rott wird so auftreten, wie dies zum Fasnachtsbild in Sattel gehört. Das heisst, neben Blätz, Hudi, Alter Herr, Domino, Bajassmeitli und Zigeuner werden auch wilde Maskenfiguren dabei sein. Nicht selten sind es in Sattel gerade diese Figuren, welche als originelle Sujets für Kreativität und Lebendigkeit sorgen. Die meisten der Kostüme in Sattel sind übrigens in Privateigentum.

Höhepunktin Vereinsgeschichte

Der Auftritt in Luzern gehört sicher zu den bisherigen Highlights in der rund 110-jährigen Geschichte der Sattler Fasnachtsgesellschaft. Allerdings ist man Gastspiele durchaus gewohnt. «In der Regel absolvierten wir jedes Jahr einen auswärtigen Auftritt», bestätigte Präsidentin Betschart, «wir waren schon in Arbon, Glarus und natürlich in der ganzen Nachbarschaft.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

29.12.2010

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schwyzkultur.ch/F7ce2U