Maja Brunner steht ab heute während elf Wochen und fast 60 Vorstellungen als Schwester Anita in der Komödie «Ausser Kontrolle» auf der Bühne des Bernhard-Theaters in Zürich. Bild Pat Wettstein
Maja Brunner steht ab heute während elf Wochen und fast 60 Vorstellungen als Schwester Anita in der Komödie «Ausser Kontrolle» auf der Bühne des Bernhard-Theaters in Zürich. Bild Pat Wettstein

Bühne

Maja Brunner hält es mit Udo Jürgens: «Mit 66 ist noch lange nicht Schluss»

Maja Brunner ist ab heute im April in einer speziellen und witzigen Rolle in der Komödie «Ausser Kontrolle» auf der Bühne des Bernhard-Theaters in Zürich zu sehen.

Die temperamentvolle Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin hat sich Udo Jürgens Song «Mit 66 Jahren …» zum neuen Lebensmotto gemacht.Mit Maja Brunner sprach Frieda Suter.

Frieda Suter: Zwischen dem Lachner Wiehnachtszauber und der Premiere von heute im Bernhard-Theater liegen nicht einmal vier Wochen. Noch weniger Zeit blieb zuvor zwischen «Stägeli uf, Stägeli ab» und Wiehnachtszauber. Verfügen Sie über grenzenlos viel Energie?

Maja Brunner: Nein, überhaupt nicht. Ich bin auch kein Workaholic und achte darauf,dass ich Erholungspausen für mich einplane. Seit dem Wiehnachtszauber konnte ich mich zum Beispiel bei einer Woche Wellnessferien gut erholen. Allerdings habe ich in den vergangenen Tagen auch noch den obligaten Schnupfen eingezogen.

Kommt mit so viel Erfahrung vor einer Premiere überhaupt noch Nervosität auf?

Ja, absolut. Man muss sich als Team immer neu einspielen, und ich bin sehr auf die Reaktionen des Publikums gespannt. Kurz vor der Premiere entwickelt sich im ganzen Team eine Atmosphäre, die von Freude und Anspannung geprägt ist.

Können Sie uns etwas über den Inhalt des neuen Stücks und Ihre Rolle verraten?

«Ausser Kontrolle» ist eine Komödie,in der sich Nationalrat Johannes Nauer zu einem romantischen Tête-à-Tête mit der Sekretärin der gegnerischen Partei in einem Luxushotel verabredet. Aber die amourösen Pläne geraten ausser Kontrolle, als die beiden in der exklusiven Suite eine makabre Entdeckung machen. Nauer will seine Haut retten und ruft den persönlichen Referenten Conrad Hoby zu Hilfe. Das nicht zustande gekommene Verhältnis soll unter anderem vor Nauers Ehefrau, dem Hoteldirektor und einem Detektiv verborgen bleiben. Weil unerwartet immer neue Personen auftauchen,entwickeln sich unmögliche Situationen. Nicht zuletzt, weil die Hotelsuite zahlreiche Türen, Schränke und Fenster hat. Meine Rolle ist die einer schrulligen Krankenschwester. Der erfolgreiche Vorverkauf für die elf Wochen dauernde Spielzeit hat bereits dazu geführt, dass eine Zusatzvorstellung angesetzt wurde.

Müssen Sie Ihren ganzen Terminkalender bis im April freihalten?

Ja, das ist normal und absolut machbar. Montag und Dienstag sind ja spielfrei. Ich sage immer, dass ich einen der schönsten Jobs der Welt habe. Die Menschen verlassen das Theater fröhlicher, als sie es betreten haben, es gibt viel Applaus, und ich habe erst noch Geld verdient dabei.

Wie wirken sich fünf Vorstellungen pro Woche auf ein Stück und die Schauspieler aus?

Zur Routine wird es nie. Das Team entwickelt sich im Lauf der Zeit, und man muss unglaublich konzentriert sein. Es wird kein Detail dem Zufall überlassen, und es kommt wirklich auf Hundertstelsekunden an, damit jede Pointe gelingt. Zudem hat jede Aufführung ein neues Publikum.

Bleibt noch Zeit für anderes?

Die beiden spielfreien Tage bieten Zeit für Erholung und die Kontaktpflege mit Familie und Freunden. Einigen Platz nimmt auch die Vorbereitung von neuen Projekten ein.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Erich Vock, einem Mann, der die Schweizer Unterhaltungsszene seit Langem wesentlich prägt und gestaltet?

In erster Linie ist Erich Vock für mich ein guter, lieber Freund. Alles, was ich schauspielerisch auf der Bühne kann, hat er mir gezeigt und beigebracht. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Erich Vock arbeitet sehr präzis und äusserst professionell. Ich finde ihn wirklich den Besten im Metier.

Ihr erlernter Beruf ist Sekretärin. Musik ist seit jeher die grosse Leidenschaft in Ihrem Leben und aktuell ernten Sie tolle Kritiken als Schauspielerin. Sehen Sie das als Wechsel oder Weiterentwicklung?

Musik prägt mein Leben nach wie vor wesentlich. Aktuell kam dies im Lachner Wiehnachtszauber zum Zug, im Sommer dann wieder bei Auftritten «Im Zelt» mit meinem Bruder Carlo. Aber ehrlich gesagt sind Sängerinnen ab 60 nicht mehr die gefragtesten Personen der Welt. Die Zahl der Engagements ist logischerweise zurückgegangen. Aber Gesangsauftritte und das Singen im Theater machen mir nach wie vor sehr grosse

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

25.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/PuCQW9