Ein Mann, der loslassen kann: Aschi Ernst Ehrat verschenkte am Samstag in seinem Zuhause in Schindellegi Bilder. Bilder Gabi Corvi
Ein Mann, der loslassen kann: Aschi Ernst Ehrat verschenkte am Samstag in seinem Zuhause in Schindellegi Bilder. Bilder Gabi Corvi
Bilder im Garten und Blick auf den See – bei Künstler Aschi gabs viel zu sehen.
Bilder im Garten und Blick auf den See – bei Künstler Aschi gabs viel zu sehen.

Kunst & Design

Wurstschmaus zwischen 100 Bildern

Aschi Ernst Ehrat war am Samstag hauptberuflicher «Verschenker». Der Schindellegler Künstler lud jedermann und -frau ein, ein Bild aus seinem Fundus auszusuchen – gratis versteht sich. Obendrein gabs Bier und Grillwurst bei Zürichsee-Panorama kostenlos dazu.

Etwas verrückt ist er schon, der Aschi, der an der Wollerauerstrasse 8 in Schindellegi wohnt und arbeitet. Denn der Mann mit Kappe und markantem Schnauzbart verschenkte am Samstag Bilder. Sujets wie Sonnenblumen, Landschaften, Eichhörnchen oder auch Aschis Lieblingsmotive Hühner und Elefanten fanden Liebhaber. Mit Postits «bewaffnet» spazierten Freunde, Bekannte und Interessierte im Garten Ehrats umher, um das eine Wunschbild aufzustöbern und zu markieren.

Unkomplizierter Handwechsel

Sobald das Zettelchen mit Namen am Rahmen klebte, galt es als verkauft – äxgüsi, als verschenkt. Grosse, kleine, bunte, naive und abstrakte Werke wechselten quasi als «Kunst to go» unkompliziert den Besitzer. Wenns mit Grillwurst und Chips nicht so bodenständig zu und her gegangenen wäre, hätte man Aschis Aktion glatt als Kunstperformance betiteln können. Bei sage und schreibe 100 Bildern, welche – so Aschi – «abgezählt» auf Kunstfreunde warteten, hatte man wahrlich die Qual der Wahl. Ein Paar aus Schindellegi entschied sich spontan für ein grösseres Werk und meinte lachend: «Das sieht so lebendig aus, das passt gut an unsere Schlafzimmerwand.»

«Nimm doch no ä Wurscht»

Nach erfolgreichem Auswählen und Fachsimpelei mit dem Künstler war auch für den kleinen Hunger gesorgt. Jeder Gast durfte am Grill einen Cervelat abholen. Auch hier konnte man das Portemonnaie steckenlassen. «Es choschtet nüt» war für einen Tag die Devise bei Aschi. Aber auch für den Künstler war das tolle Stelldichein in seinem Garten ein Geschenk. «Ganz unkompliziert haben mir Markus Rüegg am Grill und Geri Müller und Thomas Limacher beim Zeltaufbau geholfen», freute sich der grosszügige Hausherr.Fazit der Cervelatkunst-Party: Tolle Kunst kam in neue Hände, feine Würste wurdenmit Wonne verspeist, und Aschi hat nun wieder Platz zum Malen neuer Bilder.

Höfner Volksblatt und  March-Anzeiger (Gabi Corvi)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

18.09.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/8QE437