Unter der Leitung von Agnes Ryser und der Mitwirkung der Pianistin Patricia Ulrich begeisterte das Donau Symphonie Orchester aus Budapest das Publikum in Schindellegi. Bild Bettina Schärlinger
Unter der Leitung von Agnes Ryser und der Mitwirkung der Pianistin Patricia Ulrich begeisterte das Donau Symphonie Orchester aus Budapest das Publikum in Schindellegi. Bild Bettina Schärlinger

Musik

Gefühlvolle, poetische Melodien

Der Maihofsaal in Schindellegi war am Sonntagabend beinahe bis auf den letzten Platz besetzt, als das Donau Symphonie Orchester aus Budapest unter der Leitung der Dirigentin Agnes Ryser konzertierte. Der Konzerthöhepunkt war der Auftritt von Patricia Ulrich.

Unter dem Patronat der Rotary Clubs Einsiedeln und Küssnacht am Rigi fanden am Wochenende gleich zwei Konzerte statt. Am Sonntag konzertierte das Donau Symphonie Orchester aus Budapest unter der Leitung der Gastdirigentin Agnes Ryser im Maihofsaal in Schindellegi, bereits am Samstag fand ein Konzert in Immensee statt. Der Höhepunkt des Konzertes war das Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll von Frédéric Chopin. Als Solistin am Flügel begeisterte Patricia Ulrich aus Wollerau, die in verschiedenen Kammermusikensembles und auch im Luzerner Sinfonieorchester spielt.

Virtuose Pianistin

Der noch junge Chopin hatte das Konzert unter dem Eindruck seiner ersten grossen Liebe zur Opernsängerin Konstancja Gladkowska komponiert. Es ist von tiefen Gefühlen und eigener poetischer Musiksprache durchzogen und gehört zu den brillanten Konzerten der Romantik. Für die Pianistin Patricia Ulrich, die die Musik von Chopin über alles liebt, ist es eines der schönsten Konzerte. «Es war schon lange ein Traum von mir, dieses Konzert zu spielen», meinte sie. Auch für das Orchester und die Dirigentin Agnes Ryser war dieses Werk eine grosse Herausforderung. Die in Hombrechtikon wohnhafte Dirigentin – bekannt aus dem Welttheater in Einsiedeln und dem Amadeus-Chor Küssnacht – arbeitet regelmässig mit dem Budapester Orchester zusammen. In nur wenigen Proben vermochte sie mit der Pianistin und dem Orchester eine Einheit zu bilden, die das Publikum überzeugte. Die Sinfonie Nr. 39 in Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart kam ebenfalls zur Aufführung. Diese heitere und festliche Sinfonie bildet mit zwei anderen Werken den Abschluss und Höhepunkt des sinfonischen Schaffens Mozarts.

Tragische Geschichte der Melusine

Eröffnet wurde das Konzert durch Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre «Zum Märchen von der schönen Melusine». Die Geschichte handelt von der Nixe Melusine, die halb Mensch, halb Fisch unter den Menschen leben möchte. Als Mensch verliebt sie sich in Ritter Raimund, der ihr verspricht, einen Tag pro Woche nicht nach ihr zu sehen, denn in dieser Zeit weilt Melusine als Nixe im Wasser. Doch ihr Ehemann wird wortbrüchig. Melusine verlässt ihn und kehrt ins Wasser zurück, Raimund stirbt in tiefer Verzweiflung. Das liebliche, verträumte Werk wurde vom Symphonieorchester mit viel Hingabe gespielt und liess die Sagengestalten zwischen den Tönen hervorleuchten.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.12.2012

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schwyzkultur.ch/GfqZNq