Der Musikverein Schindellegi-Feusisberg und das Jodelchörli Schindellegi zeigen sich experimentierfreudig und werden am Fest der Musik ein gemeinsames Werk präsentieren. Bild Andreas Knobel
Der Musikverein Schindellegi-Feusisberg und das Jodelchörli Schindellegi zeigen sich experimentierfreudig und werden am Fest der Musik ein gemeinsames Werk präsentieren. Bild Andreas Knobel

Musik

Höfner sind bereit fürs Fest der Musik

Ihr Vorbereitungskonzert war der Beweis: Der Musikverein Schindellegi-Feusisberg, das Jodelchörli Schindellegi und der Musikverein Verena sind bereit für das kantonale Fest der Musik in Küssnacht.

Steht ein grosses Musikfest bevor, geben befreundete Vereine meist ein gemeinsames Vorbereitungskonzert. Fürs Fest der Musik in Küssnacht haben sich der Musikverein Schindellegi-Feusisberg im Zusammenspiel mit dem Jodelchörli Schindellegi und der Musikverein Verena Wollerau zusammengetan. Am Samstagabend führten sie eins zu eins ihr Wettbewerbsprogramm im Maihofsaal in Schindellegi auf.

Ein Jodelchörli als Gast

Das Besondere daran: Der Musikverein Schindellegi-Feusisberg und das Jodelchörli Schindellegi führen ein gemeinsames Werk auf. Sie präsentierten zuerst «Gwitternacht» von Emil Wallimann. War der Einstieg noch sinfonisch geprägt, setzte danach das stattliche Jodelchörli mit ihren Weisen ein. Der Titel des Werks bot viele Möglichkeiten, verschiedene Stimmungen zu erzeugen. Die «Gwitternacht» erfreute das doch recht zahlreich erschienene Publikum dennoch sichtlich.

HerausforderndesAufgabenstück


Als Nächstes interpretierte der Musikverein sein Aufgabenstück in der zweiten Stärkeklasse, «Caledonia » von Oliver Waespi. Das Werk mit seinen drei Sätzen stellt eine grosse Herausforderung dar, heikle Einsätze sind zu meistern, Unreinheiten in der Intonation werden sofort herausgehört. Allerdings ist es auch eine sehr melodiöse Komposition, die sich zeitweise wie die Musik aus einem Landschafts- oderTierfilm anhört. Dirigent Rafael Camartin und sein Korps schafften es, diese Stimmungen zu übertragen.

hektisch und ruhig

Das zweite Selbstwahlstück ist «Images of a City» von Franco Cesarini. Auch hier lässt der Titel dem Komponisten freie Hand, die Hektik, aber auch die ruhigen Momente eines Stadtlebens musikalisch umzusetzen. Zweifellos auch dies ein attraktives, anspruchsvolles Werk für den Musikverein Schindellegi-Feusisberg. Den Abschluss des ersten Teils bildeten die beiden Märsche für die Parademusik in Küssnacht: «Juventus » von RolfAmstad und «Schwyzer Soldaten» von Ernst Lüthold – ein «Klassiker».

Verena Wollerau gewohnt souverän

Den zweiten Teil bestritt der Musikverein Verena Wollerau mit seinen Wettstücken. Er tritt mit Dirigent Urs Bamert in der ersten Stärkeklasse an. Die vorgegebene Zeitlimite am Fest der Musik lässt die Wollerauer «nur» zwei Stücke vortragen, während Schindellegi-Feusisberg die Zeit für zwei Selbstwahlstücke und einAufgabenstück reicht. Die Verena Wollerau startete mit ihrem Selbstwahlstück, die «Huckleberry Finn Suite» von Franco Cesarini. Lüpfig, unbeschwert, virtuos zeigen sich die vier Sätze, wie es derTitel vermuten lässt. Allerdings gab es offensichtlich auch bei Huckleberry Finn hie und da ruhige Momente. Den Abschluss dieser Suite bildete dann wieder ein Rag, wo natürlich die Post abging.

Menschliche Stimmungen

Das Aufgabenstück der Wollerauer ist «States of Mind – Six Scenes de Ballet» von Jan Bosvelt. In sechs Sätzen beschreibt es sechs verschiedene menschliche Stimmungen – von «verliebt», «scheu», «unbeschwert», «verzweifelt» und «gestresst» bis zu «hochmütig». Die Stimmungen übertrugen sich eins zu eins aufs Publikum – zweifellos ein reife Leistung. Augen- und hörfällig bei den originellen Werken der Wollerauer sind die Einsätze von Spezialinstrumenten. So kommen je ein Vibraphon, ein Xylophon, ein Marimbaphon und ein Glockenspiel zum Einsatz. Den rassigen, traditionellen Abschluss machte der Musikverein Verena Wollerau mit seinen beiden Märschen für die Parademusik: «Solothurner- Marsch» von Stephan Jaeggi und «Rapperswiler-Marsch» von Max Leemann.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.05.2014

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schwyzkultur.ch/ebaccr