Vondüü verabschiedet sich von der Bühne.  Bild Silvia Gisler
Vondüü verabschiedet sich von der Bühne. Bild Silvia Gisler

Musik

Vondüü verabschiedet sich «heimlich» von der Bühne

Bereits vor einem Jahr «tourte» Vondüü mit mobiler Lieferwagen-Bühne durch die Region. Am Samstag, 26. Juni, wiederholt sich die Geheimmission. Danach ist Schluss. Die Ausserschwyzer Band löst sich auf.

Das ‹Feyr vo dr Sehnsucht› sei erloschen, sagt André Schuler, Gitarrist der «Mundart- und Röck’n’ Röll»-Band Vondüü mit einem Schmunzeln zur anstehenden Bandauflösung. «Zehn Jahre sind genug », meint auch sein Schindellegler Bandkollege Reto Meister. Und Sänger Silvio Tschümperlin alias Slivoo bestätigt, dass alles seine Zeit habe, die von Vondüü aber langsam vorbei sei. In den zehn Jahren Bandgeschichte haben sich die Leben der Musiker stark verändert. Neun Kinder sind zur Welt gekommen, neue Existenzen gegründet und somit neue Prioritäten gesetzt worden. Hinzu kommt, dass das Bandleben aufgrund der Pandemie schon über ein Jahr so «vor sich hin gedümpelt » sei. Ein Grund mehr für Meister, Tschümperlin und Co., die Ära Vondüü zu beenden.

Blitz beendet Konzert vor Beginn


«Eigentlich wollten wir zum Abschluss ein grosses Fest mit und für unsere Fans machen», erzählt Tschümperlin. «Da dies aber nach wie vor nicht möglich ist, haben wir uns entschieden, mit einem Abschieds-Konzert-Tag on the Road ‹Danke› und ‹auf Wiedersehen› zu sagen.» Passt perfekt, wenn man weiss, wer die Band ist oder war. Denn für besondere Konzerte waren sie bekannt. Man denke da nur an die Stubenkonzerte oder die Auftritte am Einsiedler Landwasserplausch. Ihre persönlichen Highlights waren aufgrund der Grösse die Konzerte am Seenachtsfest Rapperswil, am Turnfest in Solothurn oder die Aprés-Ski-Gigs in Arosa. Doch nicht nur die positiven Auftritte sind in Erinnerung geblieben. Es gab auch Pleiten, Pech und Pannen: «Im ‹Pirates› in Hinwil ging aufgrund eines Blitzeinschlages zwischen Soundcheck und Konzert unser Mischpult kaputt. Somit war unser Konzert fertig, bevor es begonnen hatte», erinnert sich Schlagzeuger Rolf Meister. An Hagel und Überschwemmungen während eines Konzerts im Emmental erinnern sich André Schuler und Sängerin Michaela Oechslin.

Unterwegs im Lastwagen


Die Abschiedstour durch die Region March, Höfe, Ybrig und Einsiedeln wird zweifelsfrei auch in Erinnerung bleiben. Dies tat sie schon im vergangenen Jahr, als Vondüü im gesponserten Lieferwagen in Schindellegi, Unteriberg und Einsiedeln vorfuhr. «Diesmal haben wir sogar einen Lastwagen», betont Sänger Tschümperlin. Das erste der vier Strassenkonzerte beginnt am Samstag (bei schlechtem Wetter am 3. Juli) vor dem Mittag in Tuggen. Gespielt wird auf grossen, privaten Plätzen bei Bekannten der Band. Werbung wird nicht gemacht. Erst kurz vor Konzertbeginn werden Hinweise auf den sozialen Medien veröffentlicht. «Wer schnell genug ist oder uns sieht, respektive hört, ist natürlich herzlich willkommen, mitzufeiern», so Tschümperlin. Und wenn dann abends gegen 21.30 Uhr der letzte Ton gesungen, die letzte Trommel geschlagen und die letzte Saite gezupft wurden, ist nach 87 Vondüü-Konzerten endgültig Schluss. «Wenn ich Ende 50 bin, werde ich mit einer Blues Band zurückkehren », verspricht Schuler. Bis dahin soll er Gerüchten zufolge mit Sängerin Michaela Oechslin dem Kirchenchor beitreten …

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Silvia Gisler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.06.2021

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