Norina (l.) soll die Unschuld vom Land spielen. Bild Yasmin Jöhl o
Norina (l.) soll die Unschuld vom Land spielen. Bild Yasmin Jöhl o

Musik

Wenn weniger tatsächlich mehr ist

Am Wochenende gab das kantonale Sinfonieorchester (SOKS) die Oper «Don Pasquale» im Maihofsaal in Schindellegi zum Besten und bescherte dem Publikum einen vergnüglichen Abend.

 Sich auf das Nötigste zu beschränken ist bestimmt nicht immer der richtige Weg. In diesem Fall war es das jedoch mit Sicherheit. «Maximal aufs Minimum reduziert» lautet denn auch das Konzept der «Opera mobile» – einem Pilotprojekt des kantonalen Sinfonieorchesters (SOKS), welches nach dem Grosserfolg vor drei Jahren nun in die zweite Runde ging. Mit Gaetano Donizettis Oper «Don Pasquale» haben sich die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Urs Bamert gemeinsam mit der Schweizer Regisseurin Barbara Schlumpf einiges vorgenommen, gilt die Oper doch als eine der berühmtesten der Romantik.

«Du alte Esel»


Doch das Ergebnis konnte sich sehen – und hören – lassen. Nicht nur die wenigen Protagonisten machten der Opera mobile alle Ehre, auch das Bühnenbild war aufs Minimum reduziert. Vier tapezierte Wände stellten das Zuhause der vier Protagonisten dar: Sie brachen aus, wenn sie ihren Part spielten, und wurden mit dem Muster wieder eins, wenn dieser vorbei war. Nebst dieser Originalität sorgte das zünftige Verwirrspiel mit den humorvollen Dialogen für viele Lacher im Publikum. Denn obwohl die Oper in Italienisch gesungen wurde, wurde der frei übersetzte Text teilweise in Dialekt auf eine Fläche im Hintergrund projiziert. «Du alter Esel» oder «so en herzige Schnudergoof» waren nur einige der amüsanten Passagen.

Irrungen und Wirrungen


Und worum ging es? Don Pasquale, verkörpert vom Bariton Christian Hilz, ist ein wohlhabender, alter Junggeselle, der beschliesst zu heiraten und seinen Neffen, Ernesto (Oleg Sopunov) zu enterben. Frau Dottoressa Malatesta, gespielt von der Glarnerin Michaela Unsinn, eilt ihm zu Hilfe und bietet ihm ihre Schwester Sofronia als Braut an – die es jedoch gar nicht gibt. Die unschuldige Witwe Norina (Stephanie Ritz) soll nämlich die Rolle der Sofronia spielen und Don Pasquale zum Schein heiraten. Zunächst wenig begeistert, da sie sich in Ernesto verliebt hat, willigt sie schliesslich ein. Die Verwirrungen nehmen ihren Lauf und kommen zum Höhepunkt, als Ernesto als Zeuge den Ehevertrag unterschreiben soll, was er auch tut, nachdem er in den Plan eingeweiht wurde. Im dritten Akt möchte Don Pasquale seine neue Ehefrau, da sie sich als herrisch und verschwenderisch entpuppt, jedoch schnell wieder loswerden. Seine einzige Chance: Der Heirat von Ernesto und Norina zuzustimmen. Sowohl die vier Protagonisten als auch das SOKS überzeugten in Schindellegi mit ihren gesanglichen und musikalischen Einlagen und vermochten das Publikum zu begeistern.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Yasmin Jöhl

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Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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  • Musik

Publiziert am

04.02.2020

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