Gegen 90 Joch- und Füdlätrichler zogen die Hauptstrasse hinab – maximal in Fünfergruppen. Bilder Lukas Schumacher
Gegen 90 Joch- und Füdlätrichler zogen die Hauptstrasse hinab – maximal in Fünfergruppen. Bilder Lukas Schumacher
Gegen 90 Joch- und Füdlätrichler zogen die Hauptstrasse hinab – maximal in Fünfergruppen.
Gegen 90 Joch- und Füdlätrichler zogen die Hauptstrasse hinab – maximal in Fünfergruppen.
«2020 isch für ä Arsch»: Unzweideutige Abschiedsbotschaft zum Fasnachtsauftakt.
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Gegen 90 Joch- und Füdlätrichler zogen die Hauptstrasse hinab – maximal in Fünfergruppen.
Gegen 90 Joch- und Füdlätrichler zogen die Hauptstrasse hinab – maximal in Fünfergruppen.

Volkskultur

Schön wars – aber nicht dasselbe

Das Eintricheln der Fasnacht lockte zahlreiche Personen aus den Häusern Offiziell war nichts. Doch alle wussten: Am Abend des Dreikönigstages wird die Fasnacht eröffnet. Das war auch in diesem Jahr so – trotz Corona.

Wenn Fasnacht ist, sind die Einsiedler auf den Beinen. Selbst in einem Corona-Januar wie diesem wollten sich zahlreiche Personen den traditionellen Fasnachtsauftakt nicht entgehen lassen. Hunderte von Einsiedlern und Einsiedlerinnen versammelten sich am Abend von Dreikönigen im Dorfkern im Vertrauen darauf, dass es die Trichler schon richten werden, obwohl die Fasnachtsgesellschaften lange im Voraus angekündigt hatten, auf die Durchführung sämtlicher offizieller Anlässe zu verzichten.

Nichts war offiziell Offiziell


war dann tatsächlich nichts. Die Fasnachtslokale der beiden Gesellschaften Goldmäuder und Bürgerwehr blieben am Mittwochabend geschlossen; es gab keine Ankündigung für einen Umzug; stattdessen riefen die Präsidenten der Vereine in unserer Zeitung zu Besonnenheit und Respekt auf (EA 1/21). Es dürfte nicht zuletzt «der Gwunder» gewesen sein, der viele Einsiedler und Einsiedlerinnen ins Dorf lockte: Findet etwas statt? Kommen die Trichler? Und sie sind gekommen, die Trichler und Trichlerinnen: Am Mittwochabend marschierten die meisten von ihnen «pünktlich» ab 20 Uhr die Hauptstrasse hinunter. Doch keine Gruppe umfasste mehr als fünf Personen, die Abstände dazwischen waren gross; etwa die Hälfte der Trichler trug eine Schutzmaske. So dauerte es rund eine halbe Stunde, bis die fast 90 Trichler und Geisslechlepfer ihre Auftaktroute absolviert hatten; danach zerstreuten sich die Kleingruppen in alle Quartiere des Dorfes.

Konzentration auf einige wenige Orte


Obwohl alle Restaurants wegen Corona geschlossen bleiben mussten, wollten zahlreiche Wirte zum Fasnachtsauftakt auch einen Beitrag leisten – und schenkten Glühwein und sonstige Warmmacher deswegen draussen auf Plätzen und Gassen aus – oft noch mit einem offenen Feuer. Besonders ausdauernde Fasnächtler wollten herausgefunden haben, dass es «Outdoor-Tankstellen» an nicht weniger als zwölf Orten gegeben hätte! Wie dem auch sei: Es waren Hunderte von Einsiedlern, welche sich den Fasnachtsauftakt nicht entgehen lassen wollten. Doch die Konzentration auf die Take-aways führte in praktisch allen Fällen zu Verstössen gegen die Corona-Vorschriften (Maskentragen, Abstand); das überrascht zwar nicht, dürfte aber im Hinblick auf die nächsten Fasnachtstage da und dort noch zu reden geben.

Einsiedler Anzeiger / Victor Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

08.01.2021

Webcode

schwyzkultur.ch/Yh7rkT