Im Literaturatelier in der «Chasa Parli», die vom bekannten Schweizer Autor Tim Krohn mit seiner Frau Michaela Friemel betrieben wird, arbeiteten Noemi Sacher, Peter Weingartner, Bruno Blume und Romano Cuonz an ihren Texten. Bild pd
Im Literaturatelier in der «Chasa Parli», die vom bekannten Schweizer Autor Tim Krohn mit seiner Frau Michaela Friemel betrieben wird, arbeiteten Noemi Sacher, Peter Weingartner, Bruno Blume und Romano Cuonz an ihren Texten. Bild pd

Literatur

«Schreiberlings-WG» Zentralschweizer Literatur-Atelier bei Tim Krohn

Erstmals haben die Zentralschweizer Kantone Luzern, Obwalden, Zug und Schwyz ein Literaturatelier durchgeführt. In der «Chasa Parli», die vom bekannten Schweizer Autor Tim Krohn mit seiner Frau Michaela Friemel betrieben wird, arbeiteten Noemi Sacher, Peter Weingartner, Bruno Blume und Romano Cuonz an ihren Texten.

«Was für ein Privileg, an diesem Experiment teilnehmen zu dürfen: Sechs Wochen im Münstertal!», freute sich Peter Weingartner auf ein aussergewöhnliches Abenteuer. In der Tat, ein «normales» Künstleratelier war es nicht, das die vier Zentralschweizer Kantone Luzern, Obwalden, Zug und Schwyz im vergangenen Sommer lancierten. Vier Schreibende – aus jedem Kanton eine oder einer – sollten gemeinsam in einem Atelierhaus leben und während sechs Wochen an ihren Texten arbeiten, teils selber im eigenen Zimmer, teils im gegenseitigen Austausch, teils im Gespräch mit Tim Krohn und Micha Friemel, den beiden Gastgebern.


Das Atelier, das schliesslich von Mitte Januar bis Ende Februar 2020 in Sta. Maria im bündnerischen Münstertal stattfand, bot den Teilnehmern die einmalige Chance, den eigenen Schreibprozess voranzutreiben und dabei dank den anderen Schreibenden und des Mentorings von einer professionellen Unterstützung zu profitieren.


Neue Form des Künstlerateliers


Im Bereich der Literaturförderung verfügen die Zentralschweizer Kantone nicht zuletzt dank einer effizienten Zusammenarbeit über ein breites Instrumentarium. In den letzten Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass die fachliche Begleitung von Autorinnen und Autoren als Förderinstrument an Bedeutung gewonnen hat. Die Zentralschweizer Kantone haben dieses Bedürfnis aufgenommen und organisierten zusammen mit Tim Krohn ein erstes gemeinsames Literaturhaus im Münstertal. Damit, so die Idee, sollte das bisherige Atelierangebot erweitert werden. Sonst besucht immer nur ein Kunstschaffender die Zentralschweizer Ateliers in Berlin und New York. Im Münstertal waren es vier gleichzeitig.


«Rundum geglückt»


Das Experiment hat die Erwartungen übertroffen: «Der sechswöchige Schreibworkshop war eine rundum geglückte Erfahrung. …Trotz ihrer Verschiedenartigkeiten fanden sich die vier Teilnehmer schnell zusammen, organisierten ein lebhaftes Gesellschaftsleben und machten uns als Gastgeber die Arbeit einfach», bilanziert Tim Krohn. «Das Literaturatelier hat viel Freude gemacht, und wir würden uns wünschen, dass die Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Kantonen weitergeht.» Ebenfalls sehr positiv urteilen die vier Autorinnen und Autoren. Unisono werteten sie die sechs Wochen als sehr bereichernd, alle sind überzeugt, für ihren Schreibprozess gute Impulse erhalten zu haben.


Die Zentralschweizer Kantone werden nun das Literaturatelier evaluieren und über eine Weiterführung entscheiden. Die Aussichten dafür stehen nach dem erfolgreichen Experiment wohl nicht schlecht.

pd

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

09.06.2020

Webcode

schwyzkultur.ch/qxWmtM