Die beiden ältesten Mitglieder der Harmoniemusik Schübelbach-Buttikon: August Benz (links) und Anton Hasler. Bild Irene Lustenberger
Die beiden ältesten Mitglieder der Harmoniemusik Schübelbach-Buttikon: August Benz (links) und Anton Hasler. Bild Irene Lustenberger

Musik

Urgesteine der «Musik-Jünglinge» feiern

Die Harmoniemusik Schübelbach-Buttikon feiert bereits ihr 100-jähriges Bestehen. Die beiden ältesten Mitglieder des Vereins, Anton Hasler und August Benz, blicken auf ein halbes Jahrhundert als Musikanten zurück.

Die Harmoniemusik Schübelbach-Buttikon (HMSB) ist in den vergangenen 100 Jahren durch Höhen und Tiefen gegangen. Es gab immer wieder Krisen, in denen fast niemand mehr weder ein noch aus wusste. Man hat sich aber immer wieder zusammengerauft. Und so können die 30 Musikantinnen und Musikanten am kommenden Wochenende zum Jubiläumskonzert aufspielen.

Gründung als Jünglingsverein

Gegründet wurde die Harmoniemusik als Jünglingsverein vom damaligen Dorfpfarrer von Schübelbach, dem Einsiedler Fidelius Kuriger. Am 5. Februar 1911 bildeten einige Männer aus dem Verein eine Dorfmusik. Jakob Gyr aus Lachen war spontan bereit, die Jungen auszubilden und das Spiel zu leiten. Von da an fanden jeden Mittwochabend Musikproben statt – und der Probetag wurde bis heute beibehalten. 1914 erhält die Jünglingsmusik ein Banner und spielt am 1. Mai bei der Bahnhofeinweihung in Schübelbach. 1920 ändert der Verein seinen Namen zu Harmoniemusik Schübelbach-Buttikon, und in den darauffolgenden Jahren werden Musiktaschen, Hüte, Mappen und Musikalien angeschafft. 1928 tritt die Harmoniemusik dem Kantonalen Musikverband bei und erhält in den 30er-Jahren eine neue Uniform und eine neue Fahne.

Goldkranz im 1935

1935 erspielen sich die Schübelbachner am Eidgenössischen Musikfest in Luzern einen Goldkranz. Diesen Erfolg wiederholen sie im Jahr 1971. In den kommenden Jahrzehnten nimmt der Verein an verschiedenen Musiktagen teil und spielt an Fahnenweihen benachbarter Vereine. 1954 folgt die zweite Neuuniformierung, 1960 die Neuinstrumentierung. Das ist auch die Zeit, in der die beiden heute ältesten Mitglieder der Harmoniemusik beitreten: 1957 Anton Hasler und 1960 August Benz. Bis heute sind Saxofonist Hasler und Flügelhornist Benz dem Verein treu geblieben und sind Kantonale Ehrenveteranen. «Was sich verändert hat? Vor allem die Stückwahl», sagt Benz. «Früher haben wir oft Polkas, Walzer und Märsche gespielt, heute auch viel Modernes», führt Hasler aus. Gewechselt hat auch der Konzert-Saal. Wurde früher im «Rössli»-Saal zu Konzert mit anschliessendem Theater geladen, finden heute die Herbstkonzerte in der Mehrzweckhalle Gutenbrunnen und die Frühlingskonzerte in der Pfarrkirche statt. «Wegen der Maul- und Klauenseuche fiel 1965 das Konzert aus», erzählt Anton Hasler. «1975 nahmen wir am Kantonalen Musikfest in Arth teil. Die Marschmusik fand wegen des Regens stehend in der Kirche statt. Dort wurden wir Erste, dafür platzierten wir uns beim Aufgabenstück auf einem der hintersten Plätze», erzählt August Benz lachend. Seitdem die beiden im Verein mitspielen, gab es eine neue Fahne und zwei neue Uniformen, die letzte 1993.

Frauen sind wichtig geworden

Natürlich hat sich auch personell einiges verändert. So spielen heute auch Frauen im Verein mit. «Obwohl 1966 beschlossen wurde, keine Mädchen in den Verein aufzunehmen, traten 1977 die ersten Frauen ein», blicken die Urgesteine zurück. Und nachdem zehn Jahre später die erste Frau im Vorstand Einsitz genommen hatte, besteht dieser heute fast nur noch aus Frauen. 2006 wurde Monika Landolt-Koller als erste Frau Präsidentin der Harmoniemusik. Im Frühjahr 2007 muss sich der Verein wegen internen Problemen neu orientieren. Christa Ziegler übernimmt das Präsidium, und mit Patricia Mächler aus Schindellegi steht 2008 erstmals eine Frau am Dirigentenpult. Ihr folgt Karin Schwitter, die den Verein auch am kommenden Jubiläumskonzert dirigieren wird. Unter ihrer Leitung konnte sich die HMSB im vergangenen Jahr am Kantonalen Musikfest in Seewen den Sieg und in diesem Jahr am Eidgenössischen Musikfest in St.Gallen den sechsten Platz erspielen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.11.2011

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schwyzkultur.ch/yUH7dg