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«Schweizer Filme sollen langfristig erhalten bleiben»

Das Kino Schwyz widmet sich in Zusammenarbeit mit dem Schoeck Festival der Geistigen Landesverteidigung.

Im Anschluss an die Schwyzer Filmtage widmet sich das Kino Schwyz in Zusammenarbeit mit dem Othmar Schoeck Festival in drei Filmen der geistigen Landesverteidigung. Am Montagabend wurde der Dokumentarfilm «Hirschfeld – Bekannter Unbekannter» gezeigt. In dieser Zeit wirkte Kurt Hirschfeld (1902–1964) als Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. Nach seiner Entlassung in Darmstadt wurde der deutsche Jude 1933 vom damaligen Direktor nach Zürich geholt. Wie viele jüdische und kommunistische Theaterschaffende fand er in der Schweiz Zuflucht, wo viele Einheimische Stimmung gegen ein «Immigrantentheater » machten. Ab 1938 zeigte das Schauspielhaus vermehrt Klassiker wie «Wilhelm Tell», die zur geistigen Landesverteidigung passten, während weiterhin auch kritische Stücke aus anderen Ländern aufgeführt wurden.

 

Tochter Hirschfelds als Protagonistin

Nach Kriegsende förderte Hirschfeld die Schweizer Schriftsteller Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, die wiederum die deutsche Bühnenliteratur prägten. Damals wurde er von der Fremdenpolizei untersucht, während er auch mit vorher regimetreuen deutschen Künstlern zusammenarbeitete. Die Regisseure Samir und Stina Werenfels vertieften sich in Hirschfelds Biografie und konnten dessen Tochter Ruth als Protagonistin für den 90-minütigen Dokumentarfilm «Hirschfeld – Bekannter Unbekannter» gewinnen. Er feierte dieses Jahr an den Solothurner Filmtagen Premiere. Nach der Vorstellung am Montagabend führte Festivalleiter Alvaro Schoeck ein Gespräch mit dem Regieduo sowie dem Theaterwissenschaftler Thomas Blubacher. Die Filmemacher erklärten, dass es ihnen um die exemplarische Geschichte eines ausgegrenzten Menschen ging, der in der Nazizeit künstlerisch Widerstand geleistet hat. Zur Frage nach Widerstand und Anpassung meinte Schoeck: «Unsere heutige Generation hat als erste die historische Distanz, um die Graustufen zu erkennen.» Das Kino Schwyz zeigt den Film am kommenden Mittwoch, 9. September, erneut.

 

Ein 85 Jahre alter Spielfilm 

Gestern Abend wurde der Spielfilm aus dem Jahr 1941 gezeigt – «Gilberte de Courgenay». Dieser Film wurde in Zusammenarbeit mit dem Schoeck Festival und der Cinémathèque Suisse im Kino Schwyz vorgeführt. «Gilberte de Courgenay» ist einer von zahlreichen Schweizer Filmen, die von der Cinémathèque Suisse restauriert, digitalisiert und archiviert wurden. «Das Ziel ist es, die Schweizer Filme langfristig zu erhalten, zu archivieren, zu überliefern und wieder zugänglich zu machen », so Seraina Winzeler, Leiterin Vermittlung Zürich der Cinémathèque Suisse. Obwohl der Film «Gilberte de Courgenay» ein erfundener Spielfilm über die Grenzbesetzung im Jura von 1914 bis 1918 ist, sind solche Filme mehr als nur Unterhaltung. «Gleichzeitig sind es Filme der Schweizer Geschichte mit viel sozialhistorischem Wert. Es ist eine Art Quelle aus dieser Zeit», sagte Winzeler. Besonders da solche Filme aus dieser Zeit eine Rarität sind, sei es noch wichtiger, jene Filme zu erhalten und zu überliefern, so Winzeler. Am Donnerstag läuft «Die letzte Chance» im Kino Schwyz. Der Film von Leopold Lindtberg gewann unter anderem den internationalen Friedenspreis bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes.

 

Bote der Urschweiz / Patrick Kenel und Alexandra Donner

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Film
  • Musik

Publiziert am

02.09.2026

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