Kaya Yanar: «Manchmal fliege ich nach Deutschland, nur um mich mal wieder als Star zu fühlen.» Bild zvg
Kaya Yanar: «Manchmal fliege ich nach Deutschland, nur um mich mal wieder als Star zu fühlen.» Bild zvg

Bühne

«Ich hatte nie den Mut, Frauen anzubaggern»

Der deutsche Komiker Kaya Yanar wohnt seit vielen Jahren in der Schweiz und tourt derzeit mit «Der Reiz der Schweiz» durch unser Land.

Im Interview spricht er über seine Wahlheimat und sein Programm.

Irene Lustenberger: Ihr Programm, mit dem Sie zurzeit durch unser Land touren, heisst «Der Reiz der Schweiz». Was macht für Sie den Reiz der Schweiz aus?

Kaya Janar:Zunächst einmal meine Schweizer Freundin. Sie ist der Grund, warum ich in der Schweiz lebe und es die Tour gibt. Dann mag ich die schöne Landschaft und den Freizeitwert. Die Gelassenheit, mit der die Schweizer mit Promis umgehen, eigentlich zu gelassen ... Manchmal fliege ich nach Deutschland, nur um mich mal wieder als Star zu fühlen. Ausserdem mag ich die Neutralität der Schweiz.

Und komödiantisch gesehen?

Finde ich Marco Rima lustig und Divertimento. Als Kind habe ich sehr über Emil gelacht. Die Toblerone zeigt, dass die Schweizer Humor haben: Wie kann man sonst eine Schokolade erfinden, die weh tut beim Essen? Und das Tempolimit von 120 ist auch ein Witz.

Wie kamen Sie auf die Idee, für die Schweizer Fans ein eigenes Programm zu schreiben?

Das war meine Freundin.Nachdem ich monatelang in Deutschland auf Tour war und sie mich kaum gesehen hatte, sagte sie mir, dass es schön wäre, wenn ich mal abends nach Hause käme. Für einen Privat-Jet habe ich nicht das nötige Kleingeld, also steckten wir die Köpfe mit meinem Schweizer Veranstalter zusammen und lancierten 2016 eine Tour.

Die letztjährige Tournee war ausverkauft. 25 000 wollten «Der Reiz der Schweiz» sehen. Und auch für die diesjährige Tournee gibt es nur noch Resttickets. Haben Sie mit einem solchen Erfolg gerechnet?

Überhaupt nicht. Wir haben auch eher kleine Locations gewählt. Hatten wir in den letzten Jahren immer das Hallenstadion in Zürich, spielten wir nun im Volkshaus. Okay, aufgrund der grossen Nachfrage dann halt fünfmal. Aber der Schweizer mag ohnehin eine intimere Atmosphäre, anstatt auf Leinwände zu schauen.

Was dürfen die Zuschauer von «Der Reiz der Schweiz» erwarten?

Sie kriegen einen lustigen Spiegel vorgehalten. Den schrägen Blickwinkel von aussen auf Sprache, Kultur und Eigenheiten. Ich denke, das ist für meine Fans in der Schweiz sehr erfrischend.

Sie haben in Deutschland diverse Preise abgeräumt. Was denken Sie, was macht Ihren Erfolg aus?

Ich habe Gott sei Dank ein Talent, Leute zum Lachen zu bringen. Und ich liebe es einfach. Das Lachen anderer Menschen ist für mich das schönste Geräusch auf diesem Planeten.

Sie wohnen seit rund zehn Jahren in der Schweiz. Können Sie hier noch unerkannt auf die Strasse, oder müssen Sie sich verkleiden?

Ich verkleide mich nicht, muss ich auch nicht. Wenn ich erkannt werde, dann sind die Schweizer sehr nett und zurückhaltend. Sehr zurückhaltend, manchmal dränge ich den Leuten ein Autogramm auf.

Sie wohnen am Zürichsee. Was gefällt Ihnen an dieser Gegend?

Ganz klar, der Seeblick! Meine Freundin ist ein echtes Züri-Gewächs, und sie mag das urbane Leben. Ich mag es eher ländlich, und die Zürichsee-Region ist der ideale Kompromiss. Ausserdem gibt es in der Schweiz sowieso keine Distanzen.

Nach wie vor wird der «grosse Nachbar» von den Schweizern eher skeptisch beäugt. Spüren Sie das?

Ja klar. Das liegt einfach am Grössenunterschied und natürlich an der Vergangenheit. Oder der Gegenwart, dass sehr viele Deutsche in der Schweiz leben und zugewandert sind. Die alte Angst vor der Invasion ... Aber viele Deutsche verlassen die Schweiz auch wieder, wohl auch wegen der Schweizer Skepsis.

Nach so vielen Jahren in der Schweiz sprechen Sie sicherlich Schweizerdeutsch?

Nicht sehr gut. Ich würde sagen, ich spreche wie ein Schweizer, der Hochdeutsch spricht: mit Akzent. Ich habe wohl kein Talent dafür. Überhaupt habe ich kein Talent für Sprachen. Ich kann sie imitieren, aber fürs Lernen reicht mein IQ doch nicht aus.

Aber Sie verstehen unsere Sprache?

Ja, zumindest in Zürich, Basel und Luzern. In Bern muss ich mir alles zweimal sagen lassen, und im Wallis habe ich keine Chance.

Was nervt Sie an der Schweiz respektive den Schweizern am meisten?

Das Tempolimit, die Blitzerdichte, die Lade

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

14.02.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/V2a9tX